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fredag, mars 18, 2016

Nachrichten, 18. März 2016

Schweden - Wirtschaft/Recht
Das Spielunternehmen Vinnarum des Medienkonzerns Bonnier wird vom Ombudsmann für Reklame wegen seiner Werbung kritisiert, da Bonnier um Kunden zu werben sogenannte Werteschecks verschickte auf denen ein Gewinn von bin zu 100 Millionen Kronen versprochen wird, obwohl die Gewinne, ohne zusätzlichen persönlichen Einsatz, bei maximal 1000 Kronen liegen. Natürlich gibt Vinnarum die genauen Bedingungen im Kleingedruckten bekannt, aber auf eine Weise, dass sich bereits hunderte von Kunden betrogen fühlten die mit dem Wertescheck auf einen hohen Pokergewinn hofften. Der Jackpot ist indes lediglich dann zu gewinnen wenn man, über den Wertescheck hinaus, persönlich Geld setzt. Bonnier verspricht nun diese Werbung einzustellen, betrachtet sich jedoch als unschuldig.

Schweden - Arbeitswelt
Immer mehr Sicherheitspolizisten der Säpo sind mittlerweile alleine für die Sicherheit von Politikern verantwortlich und fordern nun dass bei Personenüberwachungen grundsätzlich zwei Polizisten eingesetzt werden um die Gefahr des einzelnen zu reduzieren, eine Forderung, die bisher die Direktoren der Sicherheitspolizei Säpo und das Amt für Arbeitsmilieu ablehnten. In wenigen Monaten muss nun das Verwaltungsgericht in dieser Frage Stellung nehmen. Das Problem entstand dadurch, dass immer mehr Personen immer länger überwacht werden müssen ohne dass die Personalstärke der Säpo ausgebaut wurde.

Schweden - Ausbildung
Ein Untersuchungsausschuss der Regierung soll modernere Regeln zum Zugang an die schwedische Hochschulen und Universitäten erarbeiten und dabei auch die Rolle der Hochschulprüfungen überprüfen, da das aktuelle Zulassungssystem unübersichtlich und unklar ist. Die Regierung fordert insbesondere dass bei der zukünftigen Zulassung die erworbenen Punkte an den Gymnasien und eine eventuelle Berufserfahrung eine höhere Rolle spielen sollen als bisher, da mittlerweile selbst Gymnasiasten oft zur Hochschulprüfung greifen, da sie dort auf einfachere Weise den Zugang zum Studium erwerben können.

Schweden - Recht
Seit Einführung der Grenzkontrollen mit Ausweiszwang konnte die schwedische Polizei 33 Personen entdecken, die sich ohne entsprechende Papiere in Schweden aufhalten. Die Transportunternehmen, die für die Kontrolle der Ausweispapiere zuständig sind, riskieren nun für jede der Personen eine Strafe von jeweils 50.000 Kronen. Allerdings zeigt sich hierbei ein gewisses Problem, denn es besteht der Verdacht dass einige Personen zwar im Bus oder der Eisenbahn ihre Papiere zeigen, dann diese jedoch vernichten, da sie befürchten mit diesen Unterlagen kein Asyl zu erhalten und Schweden eine beschönigte persönliche Geschichte präsentieren wollen.

Schweden - Terrorismus
Die schwedische Sicherheitspolizei schätzt das Sicherheitsrisiko in Schweden relativ hoch ein und hält es für möglich dass auch hier Attentate wie in Paris vorkommen können. Eines der Probleme liegt an der steigenden Radikalisierung über Internet, denn immerhin kämpfen gegenwärtig etwa 10.000 Ausländer an den Seiten des IS, und zum anderen kehrten bereits 135 schwedische IS-Kämpfer aus ihren Einsatzgebieten zurück und sind nicht in vollem Umfang zu überwachen, eben sowenig die 60 Flüchtlinge, die von der Säpo als Risiko für Schweden betrachtet werden. Dabei sei die Terrorgefahr in Schweden bei weitem nicht nur bei IS oder anderen islamischen Extremisten zu suchen.

Schweden - Gesundheit/Arbeitswelt
Nachdem Leihärzte und Leihkrankenschwestern, die bis zu 50 Prozent teurer sind als fest angestelltes Personal, nicht nur ständig steigende Kosten verursachen, sondern auch die Patientensicherheit in Frage stellen, sind immer mehr Krankenhäuser Schwedens der Meinung das Geschäft mit Leiharbeitgebern abzubrechen statt jedes Jahr mehr Ärzte und Krankenschwestern über diesen Weg zu beschaffen. Problematisch wird vor allem dass nun immer mehr fest angestellte Krankenschwestern zu Leiharbeitsunternehmen abwandern, da sie dort statt rund 24.000 Kronen im Monat bis zu 40.000 Kronen verdienen können, und zudem bessere Arbeitszeiten und -bedingungen haben. Im vergangenen Jahr gingen in Schweden die Kosten für Leihärzte und Leihkrankenschwestern um 20 Prozent nach oben.

Schweden - Gesundheit/Umwelt
Nach Informationen des Staatsradios Sveriges Radio wurden in Brunnen  in Höör in Skåne (Schonen) extrem hohe Werte an Blei und Kadmium gefunden. In einigen der analysierten Brunnen lagen die Werte bis zu 60 Mal über den zugelassenen Grenzwerten für Trinkwasser. Auch wenn diese hohen Werte natürliche Ursachen haben, die an der Bergstruktur zu suchen sind, darf das Wasser aus diesen Brunnen nicht mehr getrunken werden. Das SGU (Sveriges geologiska undersökning) rät nun Östersund, Linköping und Mönsterås zu ähnlichen Analysen, da zu befürchten ist dass dort eine ähnliche Situation zu finden ist.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, november 14, 2014

Nachrichten vom 14. November 2014

Schweden - Politik
Nach einer Untersuchung von Novus im Auftrag des privaten Fernsehkanals TV4 liegen die Moderaterna nun nur noch knapp drei Prozent hinter den Sozialdemokraten und der gesamte rechte geeinigte Block liegt sogar nur noch 0,7 Prozent hinter dem uneinigen linken Block. Problematisch sieht die Situation jedoch nach wie vor für die Christdemokraten aus, da diese immer noch bei vier Prozent der Wählerstimmen liegen. Die Feministische Initiative überschreitet, nach Novus, gerade einmal zwei Prozent und verliert damit weiterhin Wähler.

Schweden - Politik
Dass sich die schwedische Bevölkerung vor 20 Jahren mit knapper Mehrheit für Europa entschied, wird noch heute von den Politikern als positiv bewertet. Nach einer statistisch nicht gesicherten Webumfrage von Sifo im Auftrag des Staatsfernsehens SVT, sollen nun die Befürworter um fünf Prozent gewachsen sein. Erstaunlich dabei ist jedoch, dass eine enorme Mehrheit der Schweden die Einführung des Euro ablehnt und zudem Kritik an der europäischen Politik übt, die als Hindernis für die schwedische wirtschaftliche Entwicklung betrachtet wird. Jeder fünfte befragte Schweden kann heute noch nicht sagen, ob der Europabeitritt vor 20 Jahren eine gute oder eine schlechte Idee war.

Schweden - Arbeitswelt
Das schwedische Konjunkturinstitut fordert dass die Einstiegslöhne von gering ausgebildeten Personen, von Jugendlichen und von Personen, die im Ausland geboren wurden, gesenkt wird, da diese „hohen“ Löhne in den meisten Fällen eine Anstellung verhindern. Das Institut sieht indes kein Problem darin, dass extrem hohe Löhne für Führungskräfte bezahlt werden, die zudem im Verhältnis zu Normalverdienern, überproportional ansteigen. Der Gewerkschaftsbund LO sieht die Forderung des Konjunkturinstituts als reine Provokation, da schon heute viele Berufsanfänger, nach Tarifvertrag, so wenig verdienen, dass sie kaum die notwendigen, täglichen Kosten tragen können und teilweise unter dem Sozialsatz liegen.

Schweden - Recht/Medizin
Der Verband der medizinischen Berufe Schwedens ist extrem kritisch zur Einstellung der Regionalregierung Kronoberg, die nun die Frage der Gewissensfreiheit untersuchen will um Personen, die gegen die Abtreibung sind, auch das Recht zu geben Abtreibungen in ihren Praxen abzulehnen oder die Hilfe bei Abtreibungen zu verweigern. Diese Idee wird von den Christemokraten Schwedens verfochten und soll den Glauben über die unparteiische Berufsausübung stellen.

Schweden - Gesundheit
Als Journalisten der Dagens Nyheter, gemeinsam mit dem Veterinärmedizinischen Institut, im Raum Stockholm 20 Packungen mit Schweinefleisch kaufte, zeigten Analysen, dass vier der Packungen auch multiresistente MRSA-Bakterien beinhalteten. Das entsprechende Fleisch war sowohl von Dänemark als auch von Deutschland importiert worden. Nach dem Volksgesundheitsinstitut ist zwar das Risiko, dass jemand über das Fleisch an die Bakterien kommt, gering, aber es wäre sinnvoll wenn Bakterien auch im Fleisch vollkommen vermieden würden, denn immerhin konnten MRSA-Bakterien bisher nur ein einziges Mal in schwedischem Fleisch nachgewiesen werden, und dies vor mehreren Jahren.

Schweden - Gesellschaft
Nachdem der der Schwede Martin Jacobson bei der Poker-Weltmeisterschaaft in Las egas 74 Millionen Kronen gewann, wurde diese Nachricht über nahezu sämtliche Pressemedien landesweit als Sensation „gefeiert“, eine Tatsache, die der Verein für Spielabhängige stark kritisiert. Nach den Verantwortlichen des Vereins führen diese Art von Nachrichten dazu, dass nun schwedische Spieler wieder sehen, dass es, zumindest theoretisch, möglich ist enorme Summen zu erspielen, was den Kampf gegen die Abhängigkeit extrem erschwert, zumal man in privaten Fernsehkanälen ohnehin kaum noch einen Film sehen kann ohne zwischenzeitlich zum Spielen aufgefordert zu werden. Nach dem Volksgesundheitsinstitut sind bereits heute zehn Prozent der männlichen Jugendlichen vom Spielen abhängig.

Schweden - Gesellschaft
Wie bereits üblich zur Vorweihnachtszeit, so locken zahlreiche schwedische Geschäfte nun wieder mit vereinfachten Schnellkreditmöglichkeiten bei denen man die erste Zahlung erst im kommenden Jahres leisten muss. Nach den Statistiken der Gerichtsvollzieher steigt dadurch jedes Jahr die Zahl der Gläubiger, die ihre Weihnachtskredite nicht abzahlen können und oft auch nicht berechnet haben wie viel sie im kommenden Jahr pro Monat abzahlen müssen und wie hoch der tatsächliche Kredit ist. Verbraucherverbände warnen nun ausdrücklich davor Weihnachten auf Schulden zu feiern.

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Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, december 06, 2012

Nachrichten vom 6. Dezember 2012

Schweden - Politik
Nach der Novemberstatistik des Statistischen Amtes sind gegenwärtig die Sozialdemokraten mit 34,8 Prozent an Wählerunterstützung die größte Partei Schwedens, obwohl sie seit Mai bereits wieder 2,5 Prozent an Wählern verloren haben. Die großen Gewinner sind mit 7,9 Prozent Unterstützung die Sverigedemokraterna, was ein großes Problem für die Regierungsallianz sein kann, da sie gegenwärtig selbst mit Unterstützung der extrem rechten Partei keine absolute Mehrheit mehr erreichen würde. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Christdemokraten riskieren nicht mehr an die Vier-Prozent-Schwelle zu geraten, was ein fataler Verlust für die Allianz wäre.

Schweden - Wirtschaft/Gesundheit
Eine neue Europadirektive zu Tabakprodukten, die voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft tritt, bedroht 80 Prozent der gegenwärtigen Snus-Produktion Schwedens, da die Direktive vorsieht, dass Snus mindestens 80 Prozent an Tabak enthalten muss und zahlreiche Geschmackzusätze verboten werden, da dadurch Jugendliche zu gesundheitsschädlichem Snus animiert werden. Schwedischer Snus baut gegenwärtig insbesondere auf Geschmackzusätze und verfügt zum Teil über gerade einmal 50 Prozent Tabak. Die schwedische Tabakindustrie sieht die neue Bestimmung als Argument Europas den Export von schwedischem Snus auch in Zukunft grundsätzlich zu unterbinden, insbesondere indem ein Teil der Produzenten aufgeben müssen.

Schweden - Wirtschaft
Nach den Kritiken an Telia Sonera und dem lockeren Umgang der Geschäftsführung mit Diktatoren gerät nun auch die Buchhaltungsfirma Pricewaterhousecoopers in Kritik, da über 20 Angestellte, die das gesamte Jahr über hauptberuflich für Telia Sonera eingesetzt werden, die letzten Jahre jeweils mit einem Bericht von einer halben A-4-Seite aufwartete mit nahezu den gleichen Formulierung, obwohl gerade die Buchhaltungen Ungereimtheiten eines Unternehmens am leichtesten aufdecken kann. Die Verantwortlichen des größten Buchhaltungsunternehmens weltweit scheinen auf jeden Fall keinerlei aufklärenden Papiere von Telia Sonera gefordert zu haben, oder sie wurden von der Geschäftsführung absichtlich in die Irre geführt.

Schweden - Recht
Nach dem schwedischen Finanzamt haben etwa 200 Internet-Pokerspieler Schwedens Gewinne von 300 Millionen Kronen verzeichnet ohne auch nur eine Öhre an Steuer bezahlt zu haben, obwohl das Gesetz vorsieht, dass Einkünfte aus nichteuropäischen Ländern pauschal mit 30 Prozent versteuert werden müssen. Das Finanzamt hat bereits die ersten Bankkonten der Betroffenen blockiert um nun zur Steuereintreibung überzugehen.

Schweden - Arbeitsmarkt
Nach dem schwedischen Arbeitsamt wird die Arbeitslosigkeit im Land sowohl im Jahre 2013 als auch 2014 weiter steigen und bereits im kommenden Jahr um zusätzlich etwa 40.000 Arbeitslose ansteigen, was bedeutet, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2013 voraussichtlich bei 8,4 Prozent und im darauf folgenden Jahr bei 8,5 Prozent liegen wird. Insbesondere betroffen davon werden Jugendlich unter 25 Jahren sein, die über keine hoch qualifizierte Ausbildung verfügen.

Schweden - Unterricht
Nachdem SVT den Missstand mit zu großen Kindergruppen in den schwedischen Kindergärten aufdeckte, fordert nun eine immer größere Gruppe an Gewerkschaften und Politikern eine offizielle gesetzliche Höchstgrenze für Kindergruppen einzuführen, wobei das Schulamt in diesem Fall Gruppen von 15 Kindern vorschlägt. Um die Gruppen zu verkleinern sind allerdings auch höhere Zuschüsse nötig als die Regierung in ihrem Langzeitbudget dafür ansetzte und Städte bereit sind zu bezahlen.

Schweden - Immobilien/Gesundheit
Nach einer etwas ausgedehnteren Kontrolle stellte die schwedische Arbeitsinspektion fest, dass die Kenntnisse über Asbest bei den heutigen Bauunternehmen nahezu nicht mehr vorhanden sind. Unter den 117 kontrollierten Unternehmen, die an der Sanierung von Gebäuden mit Asbest arbeiteten, waren fünf, die keinerlei Genehmigung hatten Asbest zu sanieren. Bei zwei Drittel der Unternehmen waren Schutzvorkehrungen für Arbeiter nicht erfüllt, so dass viele regelmäßig krebserzeugenden Asbeststaub einatmen mussten.

Schweden - Gesellschaft
Nachdem rund 80 Prozent aller sexuellen Übergriffe auf Frauen nicht angezeigt werden, hat die Gruppe Våga anmäl nun eine Aktion über die Sozialen Medien, insbesondere über Twitter und Facebook, begonnen, die betroffene Frauen dazu bringen soll nach einer sexuellen Belästigung oder Vergewaltigung die Polizei einzuschalten und Klage zu erheben. Die Gruppe wurde nach dem Fall Julien Assange in die Wege geleitet und soll die Frauen davon überzeugen, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn ein Mann sich an ihnen vergreift oder sie belästigt oder ein klares Nein nicht akzeptiert.

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Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, april 06, 2011

Nachrichten vom 6. April 2011

Schweden - Politik
Obwohl sich die Basis der schwedischen Grünen (Miljöpartiet) entschieden hat Åsa Romson als weibliche Sprecherin der Partei bei den kommenden Wahlen vorzuschlagen, wird sich auch die Konkurrentin Mikaela Valtersson aufstellen, da sie eine starke Stütze unter den Mitgliedern der Partei spürt, eine Entscheidung, die die Zukunft der Grünen Schwedens negativ beeinflussen und zur Spaltung der Partei führen kann.


Schweden - Politik
Nachdem die Opposition am 16. März die Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Schweden um ein weiteres Jahr blockierte, hat Europa heute den Europäischen Gerichtshof wegen dem schwedischen Vertragsbruch angerufen. Da Schweden bereits zum 4. Februar 2010 ein entsprechendes Gesetz beschliessen sollte, dürfte die bisherige Strafe bereits bei 37 Millionen Kronen angekommen sein und täglich um weitere 85.000 Kronen steigen. Sollte Schweden die Direktive auch nach einem europäischen Urteil nicht in die nationale Gesetzgebung aufgenommen haben, können täglich nahezu 400.000 Kronen Strafe auf das Land zukommen.


Schweden - Politik/Recht
Im schwedischen Parlament ging heute der Antrag ein, dass in Zukunft auch Polizeibeamte aus anderen europäischen Ländern bei gemeinsamen Operation in Uniform und mit ihrer Waffe auf schwedischem Boden Dienst leisten dürfen. Damit das Gesetz ab Juli 2012 in Kraft treten kann, muss das Gesetz zum Waffenimport geändert werden, wobei hierfür auch drei Viertel der Parlamentarier zustimmen müssen.

Schweden - Wirtschaft
Trotz aller Bestrebungen der Gleichschaltung erhalten Frauen in der Führungsschicht bei gleichen Aufgaben immer noch 1700 Kronen im Monat weniger als Männer, auch wenn diese Summe bei einem durchschnittlichen Monatslohn von 36.500 Kronen wenig bedeutend ist. Ursache ist, nach Analytikern, die Tatsache, dass immer noch überwiegend Männer Unternehmen führen und gesellschaftlich als leistungsfähiger als Frauen betrachtet werden.

Schweden - Wirtschaft
Um zehn Uhr teilte die schwedische Reichsbank mit welche Personen die zukünftigen, fälschungssicheren Geldscheine geschmückt werden, wobei vor allem um den neuen 20-Kronen-Schein ein Rätselraten statt fand. Auf dem 1000-Kronen-Schein wird man Dag Hammersköld finden, auf dem 500-Kronen-Schein Birgit Nilsson, dem 200-Kronen-Schein Ingmar Bergman, dem 100-Kronen-Schein Greta Garbo, den 50-Kronen-Schein ziert Evert Taube und der viel diskutiere 20-Kronen-Schein erhält, wie zu erwarten, Astrid Lindgren.

Schweden - Recht/Gesellschaft
Der oberste Gerichtshof Schwedens hat nun sein Urteil in der Frage, ob Poker eher Geschicklichkeit oder Glück ist, gefällt und kommt zum Ergebnis, dass bei Poker die Geschicklichkeit überwiegt, vorausgesetzt, es handelt sich um Poker-Turniere. Texas Holdem in seiner häufigsten Form ist, nach dem Gerichtshof, jedoch ein reines Glücksspiel. Dieses Urteil öffnet in Schweden nun den Weg für Poker-Turniere.


Schweden - Ernährung
Morgen werden in Schweden die ersten Frühkartoffeln des Landes in einigen ausgewählten Läden des Landes zu finden sein, die, wie immer, in Skåne angebaut wurden und als erste wirkliche Frühlingsboten gelten. Der Kilopreis für dieses erlesene Gut wird jedoch noch viele Kunden vom Kauf abhalten, da die ersten Frühkartoffeln in der Regel für rund 500 Kronen pro Kilogramm verkauft werden.

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fredag, februari 25, 2011

Nachrichten vom 25. Februar 2011

Schweden - Wirtschaft
Nach Aussagen von Volvos Pressechef Per-Åke Fröberg investieren Volvo-Geely in das Unternehmen bis zum Jahr 2015 etwa zehn Milliarden Dollar in China. Die erste Fabrik in Chengu soll bereits ab 2013 rund 100.000 eigens für China entwickelte Volvos liefern. Nach den aktuellen Plänen ist Volvo in Göteborg von dieser Entwicklung nur indirekt betroffen, denn während im Unternehmen selbst keinerlei Änderungen geplant sind, so müssen sich alle Zulieferer in Zukunft dem internationalen Druck beugen und billiger liefern, was zu erheblichen Personalkürzungen oder auch Konkursen führen kann.

Schweden - Wirtschaft
Die schwedischen Banken haben nichts von der kürzlichen Krise gelernt und verteilen nach wie vor großzügige Abfindungen und Bonuse. So bekommt der frühere Sprecher der Swedbank, Carl Eric Stålberg, der dem Unternehmen im Jahre 2009 einen Verlust von zehn Milliarden Kronen bescherte, bei seinem Ausscheiden im März einen Betrag von 4,3 Millionen Kronen Abfindung. Auch der voraussichtliche Bonus in Höhe von über einer Milliarde Kronen für 15.500 Angestellte der Bank ist mehr als umstritten, da die Swedbank nach wie vor staatliche Gelder geliehen hat.

Schweden - Medizin
In Schweden erfahren täglich 20 Frauen, dass sie Brustkrebs haben, was rund 7000 Frauen pro Jahr entspricht. Brustkrebs ist in Schweden die häufigste Krebsart unter Frauen und etwa jede vierte stirbt daran, auch wenn 80 Prozent der Betroffenen noch länger als zehn Jahre ab Diagnose überleben, die höchste Quote in ganz Europa. Eine Forschungsreihe, an der auch 110 schwedische Frauen beteiligt waren, belegt nun, dass das Medikament Herceptin bei der aggressiven Variante HER2-positiv bei 50 Prozent der Fälle Rückfälle innerhalb von vier Jahre verhindert, was eine große Anzahl an Leben rettet, da bisher die meisten Rückfälle innerhalb der ersten fünf Jahre verzeichnet werden.


Schweden - Gesundheit/Restauration
Bei mehreren Muscheln und Austern der schwedischen Westküste wurden in letzter Zeit Viren entdeckt, die beim Menschen Durchfall verursachen. Gegenwärtig wird bei Lebensmittelkontrollen bei Schaltieren in Schweden nur nach Toxinen, Giften und  E.Coli-Bakterien gesucht und nicht nach Viren. Probleme tauchen in letzter Zeit vor allem beim Genuss von Austern auf, die roh gegessen werden. Beim Kochen von Muscheln werden die entsprechenden Viren zerstört.


Schweden - Recht/Gesellschaft
Noch bevor der oberste Gerichtshof Schwedens entschieden hat, ob Poker ein Glücksspiel ist oder ein Geschicklichkeitsspiel, meldet sich das schwedische Finanzamt zum Thema. Da bisher nur Glücksspiele in Europa steuerfrei sind, wird sich das Urteil erheblich auf Poker-Spieler auswirken, denn sollte das HD (Högsta Domstolen) entscheiden, dass Poker auf Geschicklichkeit baut, so können die Gewinne vom Finanzamt als Einkommen betrachtet werden und müssen daher, teilweise auch rückwirkend, besteuert werden.


Schweden - Media
Der Verkauf der schwedischen Zeitungen ging im letzten Jahr um 3,6 Prozent, beziehungsweise um rund 130.000 Exemplare, zurück, wobei der größte Verlierer das linksliberale Aftonbladet war, das voriges Jahr 38.400 Leser verlor. Auch die moderate Tageszeitung SvD (Svenska Dagbladet), die in den letzten Jahren einen ständigen Aufwärtstrend verzeichnete, verlor 2010 rund 4100 Leser. Die rechtsliberale DN (Dagens Nyheter) liegt beim Rückgang im Mittelfeld und verlor im letzten Jahr 18.000 Leser.

Schweden - Ausbildung/Unterricht
Seit Jahren unterstützt die schwedische Regierung unter Fredrik Reinfeldt private Freischulen, obwohl immer häufiger Schulen entstanden, die als Kapitalunternehmen funktionierten und nur wenig an Ausbildung interessiert waren. Nach den Skandalen mit den Schulen der Thorengruppe in Mittel- und Nordschweden und den MoveIT-Gymnasien in Göteborg will nun Ausbildungsminister Jan Björklund zum Sommer die Gesetze ändern, damit Freischulen auch einen Mindeststandard bieten müssen und nicht nur Unterstützungen zwischen 75.000 und 138.000 Kronen pro Schüler und Schuljahr einstreichen können.


Schweden - Umwelt
Die Forstverwaltung Schwedens erteilte die Genehmigung eines Kahlschlags für 40 Hektar Urwald im Änokdelta in Nordschweden, obwohl eine entsprechende Genehmigung nach Paragraph 18 des Forstgesetzes mehr als nur zweifelhaft ist, da zusammenhängende Wildmarkgebiete geschützt werden müssen, selbst wenn sie nicht direkt Teil eines Schutzgebietes sind. Der betroffene Wald im Änokdelta liegt zudem eingebettet zwischen dem Naturreservat Pärlälvens Berg-Urwald und dem Weltkulturerbe Laponia und stellt eine natürliche Verbindung zwischen den Schutzgebieten dar.


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tisdag, februari 22, 2011

Nachrichten vom 22. Februar 2011

Schweden - Politik
Die aktuelle schwedische Regierung geht, falls das Abstimmungssystem im Reichstag korrekt funktioniert, erneut einer Niederlage entgegen, da die extrem rechte Partei Sverigedemokraterna einen Antrag der rot-grünen Opposition stützen will. Die Opposition will die Regeln zur Schuldensanierung erleichtern, die im Moment darauf aufbaut, dass nur derjenige mit seinem Antrag Erfolg hat, wenn er so hohe Schulden hat, dass sie innerhalb von 15 Jahren nicht abbezahlt sein können und er/sie während der 15 Jahre alles, was das Existenzminimum überschreitet, an den Gerichtsvollzieher bezahlt. Die Opposition will diese Frist und die Einstufung auf fünf Jahre verkürzen.

Schweden - Politik/Gesellschaft
Voriges Jahr wurden rund 42.000 Personen die Zahlungen der schwedischen Krankenversicherung gestrichen, um sie zu zwingen in das Berufsleben zurückzukehren, obwohl viele unter ihnen unfähig sind auch nur eine Teilzeitbeschäftigung aufzunehmen. Die schwedische Kirche fordert nun die Regierung Reinfeldt auf, die neuen Bestimmungen neu zu überdenken, da dadurch immer mehr Menschen in die Armut gestürzt werden und mit Selbstmordgedanken die kirchlichen Ratgeber aufsuchen.

Schweden - Wirtschaft
Im Jahre 2010 kauften die Schweden Waren im Werte von 25 Milliarden Kronen über Internet, 13 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Auch wenn der Gesamtumsatz über e-Handel bisher nur fünf Prozent des gesamten Warenumsatzes ausmacht, so sieht Jonas Arnberg, Analyst des HUI (Handels Utredningsinstitut) die Chance, den Umsatz über Internet zu verdoppeln, wenn mehr Firmen es wagen auf e-Handel zu setzten, ihre Sites auf den online-Handel anpassen und auf Mobil-Handel setzen, da vor allem junge Leute immer häufiger das Handy beim Kauf von Elektronikwaren, Büchern und CDs benutzen.

Schweden - Wirtschaft
Schweden konnte sich hinsichtlich des neuen Fischereiabkommens zwischen Europa und Marokko nicht durchsetzen, da unter den 27 europäischen Ländern 22 den umstrittenen Fischfang vor der Westsahara fortsetzen wollen, obwohl Marokko damit gegen das Völkerrecht verstößt. Marokko hat die Westsahara besetzt und verkauft die Fischereirechte vor der nordafrikanischen Küste dominant an europäische Fischer, die damit die Unterdrückung der Bewohner der Westsahara unterstützen und zur Ausrottung eines Volkes beitragen. Schweden, Großbritannien und Dänemark wollten das Abkommen stoppen, Deutschland und Finnland enthielten sich der Stimme.

Schweden - Wirtschaft
Bedeutende Industrieunternehmer, darunter Lars-Erik Aaro von LKAB, kritisieren die schwedischen Stromlieferanten, da sie bei steigenden Strompreisen und nahezu leeren Wasserreservoirs Strom exportieren, obwohl die zur Zeit, produzierte Menge nicht einmal Schweden selbst versorgen kann und teuren Strom importieren muss. Der Verband der Stromproduzenten Schwedens erwidert auf die Kritik, ohne auf die Basis der Anschuldigungen einzugehen, dass schwedischer Strom vor allem nach Norwegen geliefert wird, wo die Reservoirs ebenfalls fast leer sind und die schwedischen Wasserreservoirs innerhalb der nächsten fünf Wochen ohnehin bis auf 15 Prozent des Wasserniveaus geleert werden müssen, damit das Schmelzwasser Platz findet.


Schweden - Recht
Während der letzten Regierungsperiode wurden in Schweden nahezu 3000 zusätzliche Polizisten angestellt, damit sie die steigende Kriminalität besser bekämpfen können. Nach ersten Auswertungen scheint es jedoch, dass die Milliarden aus Steuergeldern falsch investiert waren, denn mit der steigenden Anzahl an Polizisten sank die Aufklärungsquote. In allen Sparten ist die Aufklärungsquote heute geringer als im Jahr 2006. Justizministerin Beatrice Ask scheint dennoch zufrieden, wenn sie darauf hinweist, dass sich der schwedische Bürger heute sicherer fühle als vor vier Jahren und auch ein höheres Vertrauen zum schwedischen Rechtswesen haben als noch 2006, trotz geringerer Aufklärungsquote.

Schweden - Recht/Gesellschaft
Der oberste Gerichtshof Schwedens muss bei einer heute beginnenden Verhandlung entscheiden, ob Poker ein reines Glücksspiel ist oder auf die Geschicklichkeit des Spielers baut, da sich Amtsgericht und Landesgericht in der Frage nicht einigen konnten. Die Handlung geht auf das Jahr 2007 zurück, als Privatpersonen in Grebbestad ein Pokertournir mit einem Gewinn von einer Million Kronen veranstalteten und dann in erster Instanz wegen unerlaubtem Glücksspiel verurteilt wurden, ein Urteil, das das Landgericht wieder aufhob.

Schweden - Media
Nachdem erst vor wenigen Tagen die schwedische Kultusministerin Lena Adelsohn-Liljeroth die These vertrat, dass die staatlichen Fernsehkanäle weniger an Werbung denken sollten, sondern an ihren öffentlichen Auftrag, schlug heute Eva Hamilton, die Chefin der staatlichen Kanals SVD, zurück, indem sie forderte eine allgemeine Fernsehgebühr einzuführen, die über die Steuern abgerechnet wird, da heute schließlich mit Computern und Handys viele Schweden vom kostenlosen Angebot der Sender profitieren ohne einen Beitrag dazu zu leisten. Zur Zeit bezahlen in Schweden rund 90 Prozent der Bevölkerung jährlich etwa sieben Milliarden Kronen für drei staatliche Fernsehkanäle.


Schweden - Arbeitsmarkt
Während der letzten zwei Jahre hat die schwedische Regierung 1,2 Milliarden Kronen an Jobcoaches bezahlt, die Arbeitslosen helfen sollen zurück ins Berufsleben zu finden. Insgesamt stehen für diese Maßnahmen, die dieser Jahr fortsetzt werden, rund drei Milliarden Kronen zur Verfügung. Während Jobcoaches von sozialer Eingliederungshilfe sprechen, erklärt das schwedische Arbeitsamt, dass 37 Prozent der Arbeitslosen, die einen Coach zur Verfügung hatten eine Arbeitsstelle fanden. Der Fernsehkanal TV4 stellte bei Überprüfung der Zahlen jedoch fest, dass das Arbeitsamt hier jeden einrechnet, selbst wenn er nur einen kurzen Zeitvertrag für Teilzeit erhielt oder ein Praktikum leistet und weiterhin auf Arbeitssuche ist. Nach TV4 haben durch die aufwendige Aktion gerade einmal 17 Prozent der Betroffenen wirklich eine Arbeitsstelle gefunden, etwa die gleiche Menge, die ohne jeden Coach auch eine Stelle gefunden hätte.

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