söndag, oktober 21, 2018

Nachrichten, 21. Oktober 2018

Schweden - Politik
Nach einer Meinungsumfrage des Instituts Sifo, die im Auftrag der Göteborgs-Posten und dem Svenska Dagbladet erstellt wurden, hat sich, trotz der schwierigen politischen Lage, die Meinung der Wähler bisher kaum verändert, so dass eine Neuwahl kaum eine Lösung bringen könnte. Während der gesamt linke Block in etwa die gleiche Menge an Stimmen bekäme, so käme es auf der rechten Seite voraussichtlich zu einer leichten Verschiebung, denn der bürgerliche Block würde vermutlich ein Prozent der Wähler verlieren, die zu den Sverigedemokraterna abwandern würden. Ob dies ein Denkanstoß für die vier bürgerlichen Parteien sein kann, ist indes zu bezweifeln.

Schweden - Politik
Bei einer Rede in Norrköping versicherte Jimmie Åkesson der Vorsitzende der Schwedendemokraten, erneut, dass er auf keinen Fall für einen Ministerpräsidenten stimmen werde, der nicht mit ihm zusammenarbeite, sondern in diesem Fall eine Neuwahl bevorzuge, die seiner Partei einen höheren Vorteil bringen kann und ihm mehr Wähler bringen kann als den Moderaten. Åkesson fordert insbesondere Ulf Kristersson heraus endlich mit ihm über eine zukünftige schwedische Politik zu diskutieren, da es weder dem bürgerlichen Block, noch dem linken Block möglich sein werde die Regierung allein zu bilden, eine Koalition also auf jeden Fall nötig werde und die Politik der Sverigedemokraterna jener der Moderaten am nächsten komme.

Schweden - Politik
Nachdem sich die Sondierungsgespräche als extrem zäh herausstellen und eine Regierungsbildung noch in weiter Ferne liegt, wollen die Grünen Schwedens nun die Zentrumspartei und die Liberalen auf ihre Seite locken und bieten an den beiden Parteien hinsichtlich der Senkung von Firmensteuern entgegenzukommen, dafür jedoch die Umweltsteuern erhöhen zu können. Das schwache Angebot dürfte jedoch kaum Interesse wecken, denn die beiden bürgerlichen Parteien wollen die Flugsteuer abschaffen, die die Grünen jedoch erhöhen wollen, ein Streitpunkt bei dem die Grünen mit Sicherheit nicht zu einer Öffnung bereit sind.

Schweden - Politik
Nachdem in den letzten Wochen mehrere Großunternehmer die bürgerlichen Parteien dazu aufforderten mit den Sverigedemokraterna ein Übereinkommen zu finden, da dies zu einer sinnvollen Wirtschaftspolitik führe, hat sich nun auch Pehr Gyllenhammar, der frühere Generaldirektor Volvos zu Wort gemeldet und klagt seine Kollegen an Rassismus und Faschismus unterstützen zu wollen. Gyllenhammar fordert seine Kollegen auf sich über die Geschichte der Sverigedemokraterna zu informieren bevor sie zu einer politischer Akzeptanz der Partei aufrufen. Die Wirtschaftspolitik der Sverigedemokraterna ist in voller Linie auf Großunternehmen abgestimmt, verbunden mit einem Feindbild jedes Einwanderers.

Schweden - Arbeitswelt
Nach Informationen des staatlichen Fernsehens SVT klagen immer mehr Angestellte in Apotheken mit deutlich ausländischer Herkunft über täglichen Rassismus bei der Berufsausübung, indem Kunden ihre Hilfe ablehnen und fordern von rein schwedischen Angestellten bedient zu werden. Die ersten Apotheken haben mittlerweile auch Klage gegen gewisse Kunden eingereicht. Die entsprechenden Kunden wollen von niemandem mit dunkler Haut oder mit Hidschab bedient werden, oder auch nur einer der beiden Gruppen.

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lördag, oktober 20, 2018

Nachrichten, 20. Oktober 2018

Schweden - Politik
Da eine Einigung in Regierungsfragen in Schweden immer weiter in die Ferne rückt, werden die Schwedendemokraten schon bei der Präsentation des nächsten Budgets im November ihren Einfluss geltend machen und auf keinen Fall für das Budget der Übergangsregierung stimmen, sondern, sollte das eigene Budget, wie zu erwarten, abgelehnt werden, vermutlich für das Budget der Moderaten stimmen, mit dem dann die Übergangsregierung unter Stefan Löfven regieren muss. Bereits in diesem Fall wird die Politik Annie Lööfs (Zentrumspartei) zeigen, dass nicht die bürgerlichen Parteien regieren, sondern jede Entscheidung von den Sverigedemokraterna abhängt, mit denen Lööf wiederum auf keinen Fall zusammenarbeiten will.

Schweden - Wirtschaft
Nach Ericsson meldete gestern auch der Lastwagenhersteller AB Volvo einen Rekordgewinn für das vergangenen Quartal, da das Unternehmen in diesen drei Monaten einen Bruttogewinn von 9,2 Milliarden Kronen erwirtschaften konnte, 2,8 Milliarden mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Sollte das Unternehmen während den kommenden Monaten weiterhin so viele Lastwagen verkaufen wie bisher, so könnte das Geschäftsjahr mit einem absoluten Rekordgewinn enden. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass es sich bei einem der größten Kunden um Firmen in Nordamerika handelt, Trump also das Wachstum bremsen könnte.

Schweden - Ausbildung/Recht
Nachdem bisher Personen, die während der Hochschulprüfungen betrogen haben, nur wegen einem einfachem Vergehen angeklagt wurden und damit eine Maximalstrafe von sechs Monaten Gefängnis riskierten, wollen nun zwei Staatsanwälte 15 der Betrüger wegen schwerem Vergehen vor Gericht stellen, was mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren verfolgt wird. Die Staatsanwälte argumentieren, dass dieser Betrug das Gesellschaftssystem bedrohe und daher mit größter Härte verfolgt werden müsse. Sollten die Amtsgerichte den Anträgen der Staatsanwälte nicht folgen, so wollen diese die Verfahren notfalls bis zum obersten Gerichtshof fortsetzen um ein Grundsatzurteil zu erwirken.

Schweden - Ausbildung
Obwohl sich für die Polizeiausbildung im Herbst knapp 9600 Bewerber meldeten, bleiben von den 800 zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätzen erneut 137 Stühle leer, was zeigt, wie weit politische Entscheidungen von der Realität entfernt liegen, denn man benötigt auch in diesem Jahr weitaus mehr als 800 zusätzliche neu ausgebildete Polizisten. 2666 Bewerber hatten nicht einmal das erste Formular zur Bewerbung abgeschickt und 2265 schieden aus, weil sie die Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung nicht aufweisen konnten. Die restlichen ausgeschiedenen Bewerber blieben dann bei den körperlichen und theoretischen Tests auf der Strecke, obwohl vor einigen Jahren die Zulassungstests bereits vereinfacht wurden.

Schweden - Kultur
Gestern wurde der Literaturwissenschaftler Mats Malm als neues Mitglied in die Svenska Akademien gewählt und ersetzt damit den ausgeschiedenen Schriftsteller Klas Östergren auf dem Stuhl Nummer 11. Da der schwedische König die Wahl Malms bestätigte, ist er nun ein weiteres neues Mitglied, eine Person, die vor allem mit dem Beginn der schwedischen Literatur arbeitet und auf die traditionellen Werte der schwedischen Literatur zurückgreift. Um wieder alle 13 Stühle der Akademie besetzen zu können, ist nun noch ein weiteres Mitglied zu wählen. Die tatsächlichen Probleme der Akademie sind indes mit der Besetzung aller Stühle nicht beseitigt.

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fredag, oktober 19, 2018

Nachrichten, 19. Oktober 2018

Schweden - Politik
Nicht nur für Stefan Löfven und Ulf Kristersson scheint es problematisch zu werden eine Regierung in Schweden bilden zu können, denn die Zentrumspartei unter Annie Lööf, die eine absolute Schlüsselrolle für eine Regierungsbildung einnimmt, hat sich dazu entschieden jede Regierungsbildung in den kommenden Wochen unmöglich zu machen, da die Partei auf keinen Fall mit den Schwedendemokraten arbeiten will, aber auch an einer sozialdemokratischen Regierung nicht teilnehmen will, was natürlich mit den Wahlversprechen zusammenhängt, denn jede Entscheidung der Parteiführerin kann von den Wählern als Verrat gewertet werden und die Partei in der Wählergunst abstürzen lassen, aber ohne Lööf kann niemand in Schweden regieren, was für die Politikerin ebenfalls ein Problem werden kann.

Schweden - Politik/Verkehr
Die neue blau-grüne Regierung in Stockholm kam nun überein den Stockholmer Flughafen Bromma niederzulegen und den dortigen Flugverkehr nach Arlanda zu verlegen. Auf der Fläche von Bromma sollen anschließend Wohnungen gebaut werden. Selbst der Immobiliengigant Schwedens, Jacob Wallenberg, stellt sich mittlerweile dem Plan gegenüber positiv, jedoch unter der Voraussetzung, dass Arlanda vorher entsprechend ausgebaut und modernisiert wird um den steigenden Flugverkehr auch meistern zu können. Wallenberg gilt in Flughafenfragen als wirtschaftliche Führungsperson.

Schweden - Wirtschaft
Nach Jahren mit schlechten Nachrichten, kam das Unternehmen Ericsson gestern erstmals wieder mit sehr positiven Nachrichten, denn im dritten Quartal des Jahres machte das Unternehmen einen Gewinn von 3,2 Milliarden Kronen, während es sich im vergangenen Jahr in der gleichen Zeitspanne um einen Verlust von 3,7 Milliarden Kronen handelte. Der Erfolg Ericssons ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass ein Großauftrag aus den USA einging, und im Laufe eines Jahres rund 23.000 Arbeitnehmer ihre Arbeitsstelle verloren haben, dafür jedoch 5000 hoch qualifizierte Ingenieure zur Produktentwicklung neu angestellt wurden.

Schweden - Umwelt/Fischfang
Dieses Jahr konnte das Amt für Meeres- und Binnengewässer in Schweden bereits 204 Reusen zum Aalfang beschlagnahmen, 41 mehr als im gesamten vergangenen Jahr, aber auch 226 unerlaubt gefangenen Aale zurück ins Meer werfen. Da der Aalbestand in Schweden extrem bedroht ist, haben nur nur 100 Berufsfischer des Landes eine Genehmigung zum Aalfang, jedoch keinerlei Privatpersonen, die indes massiv auf der Jagd nach Aal ist. Die Behörde setzt seit kurzem auch Drohnen ein um illegal ausgelegte Reusen zu finden, was bereits zu ersten Erfolgen führte.

Schweden - Gesellschaft
Nach den aktuellen Statistiken sind mittlerweile rund 60 Prozent der Schweden zwischen 18 und 74 Jahren bei einem Unternehmen für Glücksspiele registriert, überwiegend in Ländern, die in Schweden keine, oder noch keine, Genehmigung für Glücksspiele haben, da ausländische Unternehmen erst ab Januar eine entsprechende Genehmigung erhalten können. Wie viele der registrierten Glücksspieler tatsächlich spielen, kann indes nur geschätzt werden, da hierüber keinerlei Zahlenmaterial vorliegt.

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torsdag, oktober 18, 2018

Nachrichten, 18. Oktober 2018

Schweden - Politik
Nachdem die Regierung die schwedische Krankenversicherung dazu aufforderte die Krankschreibungen zu reduzieren und damit die Arbeitslast der Angestellten erhöhte, die bei jedem Einzelfall die Atteste überprüfen müssen und daran arbeiten sollen das Leistungsvermögen der Kranken einzustufen, kritisiert nun die Inspektion der Sozialversicherungen diese Vorgehensweise und meint, dass dies auch die Rechtssicherheit des Landes in Gefahr setzt, denn krank sein kann nicht von Gesetzen abhängig gemacht werden, sondern jeder, der krank ist sollte auch das Recht auf Krankengeld haben, nicht ständig damit rechnen müssen dass dieses aus politischen Gründen ausbleibt, nur weil man länger als neun Tage im Jahr krank ist.

Schweden - Kultur
Journalisten des staatlichen Rundfunks Sveriges Radio stellten bei einer Analyse fest, dass die drei Giganten Schwedens, die e-Bücher und Hörbücher online anbieten, fast grundsätzlich auf Neuerscheinungen, die in der Presse besprochen werden, in ihrem Angebot verzichten. Lediglich der kleinste der drei Anbieter versucht, gegen einen Aufpreis, den Kunden auch diese Bücher anzubieten, zumindest soweit die Verlage dies ermöglichen. Die Journalisten fragen sich, ob auf diese Weise der elektronische Buchdienst tatsächlich tiefer Fuß fassen kann, wenn interessierte Leser die ersten sechs Monate nach Erscheinen eines bedeutenden Buches grundsätzlich auf eine Papierausgabe ausweichen müssen.

Schweden - Gesellschaft
Nach einer Studie von Eurobarometer steigt die Anzahl der Schweden weiterhin an, die positiv zu Europa stehen, denn mittlerweile sind 77 Prozent der Bevölkerung mit der Mitgliedschaft zufrieden, auch wenn sich dies nicht auf die Einführung des Euro auswirkt. Nur noch sieben Prozent der Schweden sind fest davon überzeugt, dass Europa schlecht für Schweden sei. Das Ergebnis, das zeigt, dass mittlerweile, auf Europaniveau, Schweden zu den großen Befürwortern Europas gehört, ist erstaunlich, da die Untersuchung während der Brexit-Verhandlungen stattfand, und einer Zeit, als die Zahl der Europagegner gesamt gesehen steigt.

Schweden - Gesellschaft
Nach einer Studie des Sozialamts Schwedens steigt in Schweden die Zahl der Frauen, die vor der Geburt eines Kindes das Rauchen aufgeben, bedeutend an, denn nur noch vier Prozent der neu Geborenen haben mittlerweile eine rauchende Mutter. Die Mehrheit dieser Frauen nimmt die Geburt auch zum Anlass später auf das Rauchen ganz zu verzichten, zwei Entscheidungen bei denen die schwedischen Männer nicht mitziehen. Die Ursache dafür könnte sein, dass die Mutterberatung sehr intensiv daran arbeitet den Frauen die Gefahren des Rauchens zu erklären.

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onsdag, oktober 17, 2018

Nachrichten, 17. Oktober 2018

Schweden - Politik
Bereits am zweiten Tag der Sondierungsgespräche zeigt sich, dass es auch für Stefan Löfven sehr schwierig, vermutlich sogar unmöglich, sein wird eine Regierung zu bilden, da die bürgerlichen Parteien nicht dazu bereit scheinen die Blockpolitik aufzugeben, obwohl sicher ist, dass es auf diese Weise zu keinerlei Regierungsbildung kommen kann ohne die Schwedendemokraten mit im rechten Block zu akzeptieren. Löfven hatte als erstes Ulf Kristersson, den Vorsitzenden der Moderaten gesprochen, der jedoch bereits nach 20 Minuten das Gebäude über den Hinterausgang verließ um nicht mit Journalisten konfrontiert zu werden, ein Zeichen, dass er weiterhin Ministerpräsident werden will und nicht bereit ist mit den Sozialdemokraten eine Koalition einzugehen, ein Wunsch, den zumindest die Liberalen angesprochen haben.

Schweden - Politik
Ebba Busch Thor, die Vorsitzende der Christdemokraten rät den Vorsitzenden der Zentrumspartei und der Liberalen dem bürgerlichen Block treu zu bleiben und Stefan Löfven als Ministerpräsidenten abzulehnen, da nur eine bürgerliche Politik Schweden in eine stabile Zukunft führen könne. Busch Thor, die ihre Partei nur dank Unterstützungsstimmen ins Parlament brachte, sieht bei einer engen Zusammenarbeit mit den Sverigedemokraterna keinerlei Probleme, denkt aber insbesondere an ihre eigene Zukunft, denn sollte der rechts gerichtete bürgerliche Block zerbrechen, ist ihre Chance auf einen Ministerposten gleich Null, möglicherweise auch die Zukunft ihrer Partei besiegelt. Ihre Rechnung kann indes nicht aufgehen, da die Schwedendemokraten nur dann Kristersson wählen oder unterstützen werden, wenn sie nahezu fünfmal so viel Einfluss in der Regierung erhalten als Ebba Busch Thor erwarten kann.

Schweden - Arbeitswelt
Nach den Zahlen des Amts für Arbeitsumwelt gingen die Unfälle auf schwedischen Baustellen während der drei Sommermonate des Jahres 2018, im Vergleich zum Vorjahr, um rund zehn Prozent nach oben. Insgesamt handelt es sich dabei von Juni bis Ende August um 802 schwerere Unfälle, also Unfälle, die auch zu Krankschreibungen, in einigen Fällen auch zum Tod, der Angestellten führte. Die Ursache dieser Entwicklung ist indes sehr unklar, da es sich dabei um die drei Urlaubsmonate handelt, also weniger Arbeiter auf den Baustellen zu finden sind als zu anderen Zeiten des Jahres, also auch weniger Unfälle geschehen sollten.

Schweden - Medizin
Nach den neuen Zahlen des schwedischen Gesundheitsamt verschrieben Ärzte im vergangenen Jahr nahezu 5700 Kindern unter 14 Jahre Antidepressiva, was einer Steigerung von über 21 Prozent innerhalb der vergangenen zehn Jahre entspricht. 431 der Kinder waren nicht einmal zehn Jahre alt, sollten also unter keinen Umständen Antidepressiva erhalten, sondern auf andere Weise behandelt werden. Auch wenn diese Entwicklung darauf hindeutet, dass immer mehr Kinder in einem Familienmilieu aufwachsen, das zu psychischen Problemen führt, zeigen sich die Ärzte, die an Kinder und Jugendliche Antidepressiva verschreiben, in immer größerem Masse verantwortungslos.

Schweden - Gesellschaft
Nach dem Statistischen Amt Schwedens lebt nur rund ein Prozent der schwedischen Bevölkerung in extremer Armut. Dies gilt als die geringste Armut innerhalb Europas, denn gesamteuropäisch liegt die Quote bei sieben Prozent. Gemeinnützige Organisationen halten die Zahl allerdings für maßlos untertrieben, was an der Fragestellung der telefonischen Meinungsumfrage liegen kann, aber auch der schwedischen Definition von Armut, denn Hilfsorganisation müssen sich während der letzten Jahre um eine steigende Anzahl an armen Kindern und armen Pensionären kümmern, die nicht einmal genügend Geld für Lebensmittel haben.

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tisdag, oktober 16, 2018

Nachrichten, 16. Oktober 2018

Schweden - Politik
Wie zu erwarten war, gab der schwedische Regierungssprecher gestern Stefan Löfven, dem Vorsitzenden der Sozialdemokraten, den Auftrag Sondierungsgespräche einzuleiten, die nach Möglichkeit zu einer neuen Regierung führen sollen. Stefan Löfven hat nun, wie sein Vorgänger, zwei Wochen um ein blockübergreifendes Übereinkommen auszuhandeln, muss jedoch nach einer Woche erstmals Rechenschaft über sein Bemühen abgeben. Der Erfolg ist indes ungewiss, da dieser vollständig vom Verhalten der Liberalen und der Zentrumspartei abhängen wird, und der Frage wie viele Zugeständnisse Löfven seinen möglichen bürgerlichen Partnern machen will.

Schweden - Politik
Noch bevor Stefan Löfven vom Regierungssprecher den Auftrag erhielt Sondierungsgespräche einzuleiten, hatte er deutlich gemacht, dass er eine Lösung nur bei einer blockübergreifenden Politik sehe. Er wollte indes nicht so weit gehen über mögliche Zugeständnisse zu diskutieren, machte indes deutlich, dass er, als Vorsitzender der gegenwärtig größten Partei Schwedens, das Amt des Ministerpräsidenten fordert und in diesem Punkt zu keinen Diskussionen bereit sei. Er sei jedoch bereit mit den bürgerlichen Parteien, die in die Regierung eingehen, Kompromisse einzugehen, also bei seiner Politik Abstriche zu machen, vorausgesetzt die bürgerlichen Parteien machen ebenfalls entsprechende Zugeständnisse.

Schweden - Politik
Nach den Gesprächen mit dem Regierungssprecher ging Annie Lööf, die Vorsitzende der schwedischen Zentrumspartei mit der Aussage an die Öffentlichkeit, dass sie eine Regierungsbildung nur durch blockübergreifende Gespräche sehe, betonte jedoch, dass sie die bürgerlichen Parteien als Allianz sehe und damit rechne, dass letztendlich Ulf Kristersson, der Vorsitzende der Moderaten, Ministerpräsident werde. Lööf sieht die Lösung noch darin, dass Moderate und Sozialdemokraten Gespräche aufnehmen, die Sozialdemokraten indes lediglich die bürgerlichen Parteien stützen, nicht jedoch an der Regierung teilnehmen. Mit dieser Vorstellung sind allerdings sämtliche Lösungen bei Sondierungsgesprächen unmöglich und es wird sich zeigen, ob Lööf ihre Einstellung noch ändern wird.

Schweden - Ausbildung
Die bereits stark diskutierte Privatschule Vetenskapsskolan in Göteborg wird durch zusätzliche Aufdeckungen weiter erschüttert, denn nun wurde auch bekannt, dass die früheren Teilhaber der Schule sämtliche Verträge mit Lehrer dazu verpflichteten Entscheidungen nach dem Recht der Scharia zu fällen, obwohl der mittlerweile einzige Besitzer, der Salafist Abdel-Nasser El-Nadi mehrmals versicherte, dass die Schule, entgegen aller Anklagen, nie von der Religion gesteuert wurde, sondern nach den geltenden schwedischen Gesetzen geführt werde. Das Schulamt kritisierte bereits früher, dass Sexualunterricht in der Schule vom Unterrichtsplan gestrichen wurde und im Unterricht untermauert wurde dass Frauen grundsätzlich einen Hijab tragen müssen, sowie während des Unterrichts gebetet wurde.

Schweden - Umwelt
Schweden zeigt sich von Europa enttäuscht, da man dort entschieden hat in der östlichen Ostsee den Dorschfang nur um 15 Prozent zu reduzieren, dagegen in der westlichen Ostsee die Fangquote um 31 Prozent zu erhöhen. Nach schwedischen Umweltorganisationen ist diese Entscheidung nicht dafür geeignet den Bestand von Dorsch aufrecht zu halten, da der Fisch während der letzten Jahre in der Ostsee in viel zu großer Menge gefangen wurde und der heutige Bestand bereits an eine kritische Grenze kommt. Der heiße Sommer und die sterbende Ostsee wurden in der Entscheidung Europas nicht berücksichtigt, obwohl beides negativ auf den Dorschbestand wirkt.

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måndag, oktober 15, 2018

Nachrichten, 15. Oktober 2018

Schweden - Politik
Bereits gestern teilte Ulf Kristersson, der Vorsitzende der Moderaterna, dem Regierungssprecher mit dass seine Sondierungsgespräche gescheitert seien, so dass nach Möglichkeit noch heute ein anderer Politiker mit weiteren Sondierungsgesprächen beauftragt wird. Kristersson selbst scheint sich keines Fehlers bei den Gesprächen bewusst zu sein und ist weiterhin davon überzeugt, dass nur die Politik seiner Partei positiv für Schweden sei. Kristersson ist nicht klar geworden, dass er möglichen Partnern auch etwas geben muss und von ihnen nicht nur eine blinde Unterstützung seiner Ideen und Werte sehen kann. Die Frage wird nun auch sein, wie lange sich der Politiker noch an der Spitze der Moderaterna halten kann.

Schweden - Politik
Jimmie Åkesson, der Vorsitzende der Schwedendemokraten zeigt sich nicht überrascht davon, dass es Ulf Kristersson nicht gelungen ist eine Regierung zu bilden, da die zukünftige Regierung entweder eine Koalition aus Parteien des linken und des rechten Blocks benötigt, oder aber die Sverigedemokraterna für eine stabile Regierung nötig sein werden. Åkesson betonte in diesem Zusammenhang erneut, dass er dieses Mal nur einen Ministerpräsidenten und eine Regierung stützen wird, die ihm auch den von den Wählern zugesprochenen Einfluss in das politische Geschehen garantieren.

Schweden - Arbeitswelt
Während in mehreren Bereichen Schwedens die #metoo-Bewegung Änderungen im Verhalten zwischen Männern und Frauen bewirkte, war es nach Paulina Johansson, Ombudsmann im Bauwesen, in diesem Bereich lediglich ein kurzes Aufflackern, denn die Männer auf dem Bau würden sich heute gegenüber den weiblichen Arbeitern erneut genauso verhalten wie früher und ihre Dominanz behaupten. In allen Berufen im Baubereich in denen Männer dominieren, seien Diskriminierungen der weiblichen Kollegen und sexuelle Belästigungen erneut an der Tagesordnung.

Schweden - Gesundheit/Politik
Nach einer Studie des Amts für Strahlungssicherheit haben rund 30 Prozent der schwedischen Gemeinden keine Übersicht über Radon-Probleme in ihrem Einzugsbereich und können daher auch nicht darauf einwirken dass die Probleme mit Radon-Strahlungen eingedämmt werden. Das Gas Radon kommt in großen Teilen Schwedens vor und kann bei einer hohen Konzentration in der Erde, im Wasser oder in Bauwerken zu Lungenkrebs führen. Offiziell sind zwar Bauunternehmer und Besitzer von Gebäuden verpflichtet Radon zu bekämpfen und Gebäude zu sanieren, aber die Aufsicht darüber unterliegt den Gemeinden.

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