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onsdag, maj 24, 2017

Nachrichten, 24 Mai 2017

Schweden - Politik
Nur kurze Zeit nachdem in Schweden das Gerücht auftauchte dass die EU-Kommission Schweden ab 2025 dazu zwingen will den Euro einzuführen, teilte Finanzministerin Magdalena Andersson mit dass Europa Schweden nicht zu diesem Schritt zwingen kann und der Euro nur dann eingeführt werden kann wenn eine neue Volksbefragung dies befürwortet. Inwieweit diese Aussage ernst zu nehmen ist, ist indes zweifelhaft, denn Schweden hat sich zur Einführung des Euro verpflichtet, wenn auch ohne genaues Datum, und bisher hat sich die Regierung immer gegen die Volksentscheidungen gewandt, da es sonst seit Jahren kein Kernkraftwerk mehr in Schweden gäbe.

Schweden - Politik
Um ihr Image wieder etwas aufzuwerten, wollen die Grünen Schwedens nun weitere Steuerermäßigungen für gewisse Reparationen und das Verleihen von Kleidung oder Sportgeräten bieten, was den Steuerzahler rund 3,6 Milliarden Kronen kosten soll. Dieser Vorschlag kommt nur wenige Monate nachdem die Regierung bereits ähnliche Steuervorteile versprach um auch Asylanten durch die Gründung von Kleinunternehmen ins Arbeitsleben zu bringen, allerdings ohne auch nur annähernd den gewünschten Erfolg damit zu haben.

Schweden - Politik/Arbeitswelt
Nachdem der Hafen in Göteborg auf Grund von Blockaden, Streiks und einem Lockout immer mehr Kunden verliert, erwägt nun Arbeitsmarktministerin Ylva Johansson eine Gesetzesänderung, die es ermöglicht ähnlich ausgedehnte Probleme in Zukunft zu vermeiden. Auch wenn Johansson verspricht dabei nicht das schwedische Modell zu zerstören, das darauf baut dass Gewerkschaften und Arbeitgeber ohne politische Einmischung eine Einigung finden, könnte dieses Gesetz der erste Schritt zu einer neuen schwedischen Gesellschaft werden in denen Gewerkschaften weniger Möglichkeiten bei Arbeitskämpfen geboten werden.

Schweden - Recht/Sport
Erst nachdem die versteckte Kamera des staatlichen Fernsehens SVT aufdeckte dass in einem Elitereitstall im südschwedischen Skåne (Schonen) mindestens zehn Mädchen einen Trainer wegen sexuellen Angriffen beschuldigen, eines der Opfer gerade einmal zwölf Jahre alt, will der Reichsverband in Zukunft auch Trainer entlassen, die nicht von Gerichten wegen sexuellen Übergriffen verurteilt wurden, jedoch wiederholt deswegen angeklagt und angezeigt wurden. Der beschuldigte Trainer war bereits dreimal wegen seinen Taten bei der Polizei angezeigt worden, die jedoch sämtliche Verfahren einstellte, da Aussage gegen Aussage stand.

Schweden - Gesellschaft/Medizin
Nach den Zahlen des schwedischen Gesundheitsamts geht die Anzahl der Abtreibungen bei jungen Frauen im Alter von zwischen 15 und 19 Jahren weiterhin zurück, denn im vergangenen Jahr kam es bei dieser Gruppe nur noch zu 13,4 Abtreibungen pro 1000 Frauen, was nahezu einer Halbierung der Aborte während der letzten zehn Jahre entspricht. Nach dem Gesundheitsamt liegt dieser Rückgang insbesondere daran dass junge Frauen mittlerweile häufiger zu Verhütungsmethoden greifen und diese bei dieser Altersgruppe auch vom Staat subventioniert werden. Gesamt gesehen blieb die Zahl der Abtreibungen, wenn man Frauen jeden Alters betrachtet, während der letzten zehn Jahre stabil bei 20,8 Aborten pro 1000 Frauen.

Schweden - Gesellschaft
Statistisch gesehen wohnen knapp 80 Prozent der jungen Schweden zwischen 18 und 26 Jahren, die noch zu Hause bei ihren Eltern leben, gratis, was nach Wissenschaftler eine denkbar ungeeignete Methode ist um Verantwortung und den Umgang mit Geld zu lernen. Allerdings zeigt die Meinungsumfrage des Instituts Sifo, die im Auftrag von SBAB unternommen wurde, dass 86 Prozent der Jugendlichen zwischen 18 und 20 Jahren keinen finanziellen Haushaltsbeitrag leisten und rund die Hälfte der Gruppe zwischen 24 und 26 Jahren den Eltern auch finanziell mit unter die Arme greift.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, april 13, 2016

Nachrichten, 13. April 2016

Schweden - Politik
Ministerpräsident Stefan Löfven zeigt sich frustriert darüber dass die Bevölkerung des Landes ein negatives Bild von der Entwicklung Schwedens hat, obwohl die Arbeitslosigkeit leicht am sinken ist und alles auf ein Wirtschaftswachstum hinweist. In seinen Augen ist es nicht seine konfuse Politik, sondern die Flüchtlingssituation, die die Bevölkerung an der Zukunft des Landes zweifeln lässt. Leider spricht Stefan Löfven aber auch hier keine klare Sprache, denn die Bevölkerung sucht keine leeren Worte mehr, sondern will über jede Entwicklung Schwedens klar informiert werden.

Schweden - Politik
Obwohl die Zentrumspartei (Centerpartiet) Schwedens im Prinzip für die Abwicklung der Kernkraft ist, glaubt Annie Lööf, die Vorsitzende der Partei, dass die Opposition mit der Regierung überein kommt die geplanten Effektivsteuern für Kernkraftwerke zu reduzieren oder aufzugeben, in ihren Augen in Verbindung mit einer gesenkten Grundsteuer für Wasserkraftwerke. Lööf geht damit die Linie der Kernkraftlobby, die davon spricht, dass die Industrie Schwedens nur mit Kernkraft aufrecht erhalten bleibt und eine vorzeitige Abwicklung sogar zum Wirtschaftskollaps führen kann.

Schweden - Arbeitswelt
Seit gestern streiken 1650 Bauarbeiter bei rund 60 Bauprojekten, da Gewerkschaft und Arbeitgeber zu keinem Abkommen fanden. Dies ist allerdings erst die erste Stufe des angekündigten Streikt, denn falls die Arbeitgeber zu keinen Zusagen bereit sind, so werden bald weitaus mehr Bauarbeiter die Arbeit niederlegen. Der Grund, warum die Arbeitgeber sich weigern mehr zu bezahlen, folgt dem Argument, dass in den kommenden Jahren 700.000 Wohnungen gebaut werden müssen und dabei auch zahlreiche Asylanten einen Arbeitsplatz finden werden, ein Argument, das hinkt, denn wenn mehr gebaut wird, so steigen auch die Gewinne. Gestern Nachmittag kündigten nun die Arbeitgeber zum 22. April ein Lockout an, das etwa 10.000 Bauarbeiter betreffen wird, die dann von der Gewerkschaft bezahlt werden müssen.

Schweden - Ausbildung/Wissenschaft
Seit sich die Situation der Doktoranden an schwedischen Universitäten verbesserte und ihnen ein Minimaleinkommen garantiert wird, geht die Zahl der Doktoranden an allen Universitäten zurück, was ein Problem für die zukünftige Forschung mit sich bringen kann. Die Universitäten wollen die Finanzierung der Doktoranden nicht bei den Universitäten sehen, sondern direkt bei der Regierung und den Steuerzahlern. Dass in Zukunft auch die rückzahlbaren Stipendien und das Ausbildungsgeld für Doktoranden gestrichen wird, kann die Situation noch zusätzlich erschweren. Dass die Doktoranden auch konkrete Arbeit für die Universitäten leisten müssen, bleibt bei der Diskussion in der Luft hängen.

Schweden - Ausbildung/Arbeitswelt
Eine neue Studie belegt, dass nahezu jeder vierte Angestellte in schwedischen Kindergärten über keine entsprechende Ausbildung verfügt., wobei die Situation in kommunalen Kindergärten weitaus besser aussieht als bei privaten Kindergärten, denn während in von Gemeinden beschäftigten Kindergärten nur 22 Prozent der Angestellten keine entsprechende Ausbildung haben, sind es bei privaten Einrichtungen 37 Prozent. Als Ursache für diese Situation gilt der Mangel an ausgebildetem Personal und, dass der Beruf Kindergärtner kaum als attraktiv betrachtet wird.

Schweden - Gesellschaft
Während jeder zweite Schwede der Meinung ist, dass ein terroristisches Attentat auch in Schweden möglich sei, so ist auch jeder zweite Bürger der Meinung dass die schwedische Sicherheitspolizei Säpo kaum in der Lage sei vorbeugend zu arbeiten und ein eventuelles Attentat nicht verhindern kann. Nur sieben Prozent der Schweden geben an dass sie ein sehr hohes Vertrauen in die Bekämpfung des Terrorismus in Schweden haben und auf keinen Fall daran glauben dass es in Schweden zu einem Attentat wie in Brüssel oder Paris kommen kann, und 46 Prozent der Bevölkerung halten ein Attentat für unwahrscheinlich.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

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