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fredag, februari 04, 2022

Nachrichten, 4. Februar

Schweden - Politik
Gesten teilte die schwedische Regierung mit dass ab dem 9. Februar sämtliche Coronabeschränkungen aufgehoben werden und auch der Coronapass nicht mehr nötig sei, das Land sich also vollkommen öffnen werde, und dies, obwohl die Menge der Coronakranken weiterhin ansteigt. Man muss davon ausgehen dass diese sehr schnelle Entscheidung, die insbesondere von Virologen kritisiert wird, mehr im Rahmen des diesjährigen Wahlkampfes gesehen werden muss. Die sozialdemokratische Regierung kommt in diesem Punkt den Forderungen sämtlicher rechter und bürgerlichen Parteien nach, die früher kritisierten dass die Regierung zu lasch gewesen sei, nun aber die Position der Impfgegner eingenommen haben.

Schweden - Politik
Bei einem Interview mit den Dagens Nyheter sprach Nyamko Sabuni, die Vorsitzende der Liberalen, davon dass sie sich eine Regierung vorstellen könne in der man auch die Schwedendemokraten finde, was innerhalb der Partei zu einer extrem starken Kritik führte. Nach dieser Kritik versuchte Nyamko Sabuni nun das Vertrauen der ohnehin geringen Wählerschicht und der Parteimitglieder zu retten indem sie ihre Aussage zurücknahm und beteuert dass die Liberalen natürlich nicht in einer Regierung mit den Schwedendemokraten vertreten sein können. Allerdings nahm sie anschließend auch diese Aussage wieder zur Hälfte zurück, denn die Partei solle gegebenenfalls nach der kommenden Wahl darüber diskutieren.

Schweden - Wirtschaft
Nach den neuen Zahlen des staatlichen Energieunternehmens Vattenfall geht es dem Unternehmen erstaunlich gut, da Vattenfall allein im vierten Quartal des vergangenen Jahres einen Gewinn von 7,8 Milliarden Kronen verzeichnete und der schwedische Staat daher für das vergangene Jahre eine Aktienausschüttung in Höhe von 23,4 Milliarden Kronen erhalten wird. Nach der Geschäftsführung Vattenfalls handele es sich dabei um einen einmaligen hohen Gewinn auf Grund der Kompensation für die Abwicklung der Kernkraftwerke in Deutschland.

Schweden - Wirtschaft/Umwelt
Die Göteborger Reederei Stena Line plant für das Jahr 2030 den Einsatz von zwei elektrischen Fähren, die zwischen Göteborg und Kopenhagen verkehren sollen. Nun teilt die Geschäftsleitung von Stena Line mit dass dieses Ziel voraussichtlich nicht erreicht werden könne, allerdings nicht weil der Bau der beiden Fähren sich verzögere, sondern weil es administrativ nahezu unmöglich sei ein Stromkabel von Göteborg bis zum Fährhafen zu legen, da verschiedene Behörden für die Entscheidungen nötig seien, die auch in acht Jahren kaum gefüllt werden können.

Schweden - Ausbildung
Nach einer Analyse der Regionalregierung in Skåne fehlen in der gesamten Region bei Mietkomlexen Ladestationen für Elektroautos, was auch verhindert dass Personen von Mietwohnungen Elektroautos kaufen, da sie diese Autos nicht laden können. Nach der Analyse haben von acht kommunalen Erbauern und Verwaltern von Mietwohnungen der Region nur zwei begonnen die ersten Ladestationen bei den Mietkomlexen zu bauen. Es dürfte daher noch etwa zehn Jahre dauern bevor Bewohner von Mietwohnungen ernsthaft an ein Elektroauto denken können.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin


lördag, februari 06, 2021

Nachrichten, 6. Februar

Schweden - Politik
Die Drohung von Nyamko Sabuni, der Vorsitzenden der Liberalen, die Regierungszusammenarbeit zu verlassen, sollte Stefan Löfven einen humanitären Passus in der Migrationspolitik Schwedens aufnehmen, führt nun zu einer immer deutlicheren Kritik an Sabuni. Annie Lööf, die Vorsitzende der Zentrumspartei meint dass im Januarübereinkommen dieser humanitäre Schritt, den auch die Zentrumspartei unterstütze, nicht verweigert worden sei, Sabuni also lüge. Ministerpräsident Stefan Löfven wiederum warnt vor einer möglichen Neuwahl, die den Liberalen nur schaden könne und fordert Sabuni auf nun umzudenken.

Schweden - Politik
Die erwartete Regierungsumbildung Stefan Löfvens fiel weitaus harmloser aus als viele annahmen, denn Per Bolund, der männliche Vorsitzende der Grünen wurde lediglich zum Umweltminister ernannt, nahm also die Stelle der bisherigen weiblichen Vorsitzenden Isabella Lövin ein, die neue weibliche Vorsitzende der Grünen, Märta Stenevi übernahm nun den früheren Posten Bolunds und Per Olsson Fridh, als einziger Neuling, wurde zum Minister für Entwicklungshilfe ernannt. Sämtliche sozialdemokratischen Minister behalten weiterhin in Amt.

Schweden - Wirtschaft/Tourismus
Das Göteborger Unternehmen Stena Line plant in spätestens zehn Jahren vollkommen fossilienfreie Fähren zwischen Göteborg und dem dänischen Fredrikshavn einzusetzen. Die beiden Fähren mit einer Länge von je 200 Metern sollen jeweils 1000 Passagiere transportieren können und sind die ersten rein elektrischen Schiffe dieser Größenordnung, die bisher weltweit geplant sind und entwickelt werden. Neben Passagieren werden die beiden Fähren auch Fracht zwischen den beiden Ländern transportieren.

Schweden - Gesundheit
Die Region Västra Götaland ist die erste Region Schwedens die ab dem Jahr 2022 sämtliche Zahlungen an private Firmen, die Online-Ärzte anbieten, einstellen will, da die Kosten für diese Onlinedienste so stark nach oben gehen dass das staatliche Gesundheitssystem, aus finanziellen Grünen, kaum noch in der Lage ist einen sinnvollen Dienst anzubieten. Statt die Gelder an Privatunternehmen zu bezahlen, sollen die ab 2022 frei werdenden Gelder dem Ausbau des staatlichen Gesundheitsdienstes der Region dienen.

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Copyright: Herbert Kårlin


lördag, november 07, 2020

Nachrichten, 7. November

Schweden - Politik
Nach den Schwedendemokraten, der Zentrumspartei, den Christdemokraten und den Linken Schwedens stellten sich gestern auch die Moderaten gegen das von der Regierung vorgeschlagene neue Waffengesetz, das im Grund der europäischen Verordnung angepasst werden soll. Sämtliche dieser Parteien behaupten dass die Regierung damit über das Ziel Europas hinausschieße und das neue Gesetz den legalen Waffenbesitz von Jägern und Sportschützen erschwere, jedoch nur einen begrenzten Sinn beim illegalen Waffenhandel und der Bandenkriminalität habe. Da nun die Mehrheit des Reichstags gegen das neue Gesetz stimmen wird, muss die Regierung nach einem neuen Weg suchen um das Waffengesetz Europa anzupassen.

Schweden - Arbeitswelt
Nachdem der Arbeitgeberverband Visita, der für das Hotel- und Restaurantgewerbe zuständig ist, sich weigert mit der entsprechenden Gewerkschaft einen neuen Tarifvertrag zu unterzeichnen, der eine Lohnerhöhung fordert, die jener der Industrie entspricht, aber auch bessere Arbeitsverhältnisse beinhaltet, hat die Gewerkschaft nun den Streik ihrer Mitglieder angekündigt, sollte Visita den Forderungen nicht deutlich entgegenkommen. Die Arbeitgeber wollen, auf Grund der schwierigen Situation durch Corona, sich erst selbst sanieren, obwohl sie bereits Kurzarbeitergeld und andere Unterstützungen erhalten, die ihnen ein Überleben garantieren.

Schweden - Verkehr/Tourismus
Das Göteborger Fährunternehmen Stena Line teilte gestern mit dass der Linienverkehr für Privatpersonen zwischen Göteborg und dem dänischen Fredrikshamn vorerst bis zum 3. Dezember eingestellt werde, da die dänischen Coronabeschränkungen eine regelmäßige Fährverbindung auf der Strecke unmöglich machen. Dänemark hatte auf Jylland die stärksten Beschränkungen Dänemarks eingeführt und weitgehend auch die öffentlichen Verkehrsmittel eingestellt, da sich die Verbreitung des Covid-19 dort gegenwärtig am stärksten auswirkt.

Schweden - Gesundheit
Auch wenn mittlerweile rund 70 Prozent der Schweden bereits gebeten werden auf Feste zu verzichten, Volkssammlungen zu meiden und auch die öffentlichen Verkehrsmittel nur in Ausnahmefällen und beim Einhalten eines Abstands von 1,5 Metern zum nächsten Passagier, zu benutzen, scheinen sich die Schweden wenig darum zu kümmern, denn nach wie vor sind die Busse zu Stoßzeiten überfüllt, sind Einkaufsstraßen dicht bevölkert, und in Einkaufszentren merkt man kaum dass diese weitgehend vermieden werden sollen. Nachdem dadurch die Verbreitung des Covid-19 gefördert wird, ruft nun das schwedische Gesundheitsamt dazu auf dass sich die Bevölkerung über die Gefahr des Virus bewusst sein solle und den Ratschlägen endlich Folge leisten müsse.

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Copyright: Herbert Kårlin


tisdag, mars 17, 2020

Nachrichten, 17. März

Schweden - Politik
In der Folge des Coronavirus Covid-19 hat sich die Regierung dazu entschlossen vorerst während der kommenden zwei Wochen nur noch jeweils 55 Repräsentanten der Parteien von den 349 zu den jeweiligen Sitzungen und Abstimmungen zuzulassen, wobei die Quote jeder Partei gleichermaßen reduziert wird. Als Ursache nennt die Regierung dass sonst vor allem kleinere Parteien bei einem massiven Ausbruch der Krankheit Probleme dabei hätten im Reichstag präsent zu sein, zumal man auch mit ausfallenden Flügen und Zügen rechnen müsse.

Schweden - Wirtschaft/Politik
Um die wirtschaftliche Krise in der Folge des Coronavirus abzuschwächen hat sich die schwedische Regierung gestern zu einem Krisenpaket entschlossen, das massive Kündigungen verhindern soll. In diesem Krisenpakets ist enthalten dass ab sofort eine Kurzarbeit erlaubt wird bei der Angestellte auf bis zu 50 Prozent weniger arbeiten müssen, so dass die Arbeitgeber auch nur noch die Hälfte der Abgaben zu bezahlen haben. Den Verlust der Arbeitnehmer übernimmt dann die Regierung, so dass diese auf jeden Fall mindestens 90 Prozent des vorherigen Einkommens erhalten. Arbeitgeber sollen auch die Möglichkeit bekommen ihre Steuerzahlungen um bis ein Jahr aufzuschieben.

Schweden - Wirtschaft
Die schwedische Reederei Stena Line gab gestern bekannt, dass sie voraussichtlich 950 Angestellte entlassen müsse, da der Fährverkehr in mehrere Länder komplett eingestellt werden musste, da sowohl Polen, als auch Dänemark und Norwegen ihre Häfen für Passagierfähren sperrten. Auf diese Weise kann Stena Line zumindest den Frachtverkehr aufrecht halten. Nach Meinung der Geschäftsleitung wird sich der Personenverkehr auf den Fähren der Linien erst wieder zum Sommer normalisieren. Der Geschäftsführer der Reederei meinte bei der Ankündigung der Kündigungen, dass niemand im Unternehmen diese Situation noch vor einer Woche überhaupt in Erwägung gezogen habe.

Schweden - Gesundheit
Der staatliche Epidemiologie des schwedischen Gesundheitsamts gab gestern zu dass sich die Verbreitung des Coronavirus nun bereits verselbständigt habe und die Verbreitung nicht mehr nachvollzogen werden könne. Aus diesem Grund sollen nun vor allem Personen über 70 Jahren und Risikogruppen weitgehend vor dem Covid-19 geschützt werden. Ältere Personen sollen sich aus diesem Grund so wenig wie möglich außer Haus bewegen und auch von Besuchen absehen. Zudem sollen alle, die von zu Hause aus arbeiten können, unmittelbar dazu übergehen um Kontakte mit anderen weitgehend zu vermeiden.

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Copyright: Herbert Kårlin

måndag, juli 20, 2015

Nachrichten, 20. Juli 2015

Schweden - Politik
Dass der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven die Grüne Åsa Romson zum Vize-Ministerpräsident einsetzte ohne ihr das Vertrauen zu schenken  und ohne sie wirklich zum Stellvertreter zu machen, schlug in der politischen Welt Schwedens wie eine Bombe ein und führte, unter anderem, dazu, dass der Ministerpräsident beim Konstitutionsausschuss angezeigt wurde, da sein Handeln gegen das Grundgesetz verstoßen kann. Die Opposition sieht, wie auch die Grünen, dieses Verhalten als unakzeptabel an, zumal diese Situation bisher nicht in Schweden eintrat, da bisher ein Titel auch ein Titel war, was für Stefan  Löfven jedoch irrelevant scheint, da er den Grünen in keinem Punkt vertraut und diese lediglich für das Beibehalten seines Amtes benötigt.

Schweden - Wirtschaft
Der Verkauf von Wohnmobilen geht in Schweden rapide nach oben, denn Wohnwagen gelten mittlerweile als überholt und veraltet. Nur im Juni des Jahres ging der Verkauf von Wohnmobilen, verglichen mit dem gleichen Monat des Vorjahrs, um über 23 Prozent nach oben. Auch wenn der Grund für diese Trendwende darin liegt, dass gerade ältere Personen wegen der hohen Mobilität auch im Alter noch zu Wohnmobilen greifen und Wohnmobile als modern gelten und ein höheres Statussymbol ausmachen, so ist relativ unbekannt, ob diese Fahrzeuge mehr für Reisen innerhalb Schwedens oder Reisen ins Ausland benutzt werden.

Schweden - Verkehr
In der Nacht zum Sonntag kollidierten vor der Insel Vinga ein mit Benzin und Diesel geladener Tanker und die Fähre Jutlandica mit 600 Passagieren, die zwischen Göteborg und dem dänischen Fredrikshavn verkehrt. Die Jutlandica von Stena Line wurde dabei sowohl unter der Wasserlinie als auch über der Wasserlinie so beschädigt, dass Wasser in das Schiff eintrat, konnte jedoch seine Reise noch bis Göteborg fortsetzen. Aller Wahrscheinlichkeit nach war der Tanker am Unfall verantwortlich. Für Stena Line bedeutet dies jedoch, dass gerade zur Tourismuszeit eine der beiden Fähren der Linie für  mindestens eine Woche ausfällt.

Schweden - Umwelt
Obwohl Schweden immer ein Vorbild für den Umweltschutz sein will, zeigen aktuelle Zahlen, dass gegenwärtig etwa 100.000 Abwasserleitungen von Villen und Ferienhäusern direkt in die Flüsse oder Seen des Landes führen, oft, weil die Anlagen zu alt sind und Schäden nie repariert wurden. Gleichzeitig sind über 300.000 Abwasserleitungen in so schlechtem Zustand, dass sie dringend repariert werden müssen. Wenn die Reparaturen in der gleichen Geschwindigkeit wie heute erfolgen, so wird es allerdings voraussichtlich etwa 100 Jahre dauern bis auch der letzte umweltverschmutzende Wasserablauf repariert ist.

Schweden - Kultur
In den 90er Jahren galt das Emmabodafestival zu den angenehmsten Indipop-Musikfestivals Schwedens. Heute gerät das Festival immer mehr in die Kritik, denn alle Veränderungen der Veranstalter, die dazu führten, dass dieses Festival eine konstante Besucherzahl hat und daher nie vom Konkurs bedroht war, waren damit verbunden, dass es sich um ein rein männlich betontes Festival handelt, das sich vor allem durch Sexismus und Rassismus hervorhebt. Die Veranstalter erklären auf diese Vorwürfe, dass sie kein Festival für die Allgemeinheit veranstalten, sondern einladen wer ihnen persönlich am meisten zusagt, und darunter finden sich eben kaum Frauen.

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Copyright: Herbert Kårlin

måndag, december 10, 2012

Nachrichten vom 10. Dezember 2012

Schweden - Politik
Wenn das schwedische Parlament im kommenden Jahr darüber abstimmen muss wie lange Politiker, die ihr Amt mindestens acht Jahre lang hauptberuflich ausübten, finanziert werden sollen, soll der vorgelegte Vorschlag nur für neugewählte Politiker gelten, damit 62 Parlamentsmitgliedern weiterhin garantiert wird, dass sie sich nach einem Rücktritt oder dem Ausscheiden problemlos einen Ruhestand in der Sonne erlauben können, auch wenn sie nur 50 Jahre alt sind. Eine Arbeit müssen sich auch dann nur die Neulinge innerhalb von zwei Jahren suchen, da selbst den Sozialdemokraten Leif Jakobsson, der mit im Ausschuss sitzt, die Meinung der Wähler nicht interessiert, sondern er sich selbst den vergoldeten Vorteil erhalten will.

Schweden - Politik
Die Grünen Schwedens schlagen vor, dass sich Parlamentsmitglieder, ähnlich Arbeitern und Kleinunternehmern, privat einer Arbeitslosenkassen anschließen müssen statt sich ihre Pension und ihre Übergangszahlungen vom Steuerzahler finanzieren zu lassen, wobei die Grünen der Meinung sind, dass die „goldenen Pensionsregeln“ für jeden Politiker abgeschafft werden müssen, auch bei jenen, die seit Jahren im Parlament sitzen, da sie kaum ein größeres Risiko tragen als kleinere Unternehmen und sich sehr wohl selbst versorgen können wenn ein Wille existiert.

Schweden - Recht
Gegenwärtig werden in Schweden rund ein Viertel aller Verhandlungen, teilweise sogar am Tag der Verhandlung, eingestellt, was bedeutet, dass allein im Jahr 2012 rund 17.000 angesetzte Verhandlungen nicht stattfinden. Die Kosten, die dadurch entstehen, liegen pro Jahr bei mehreren Millionen Kronen. Als Ursache dafür gilt das gegenwärtige Zustellungsverfahren, das nicht über die Gerichte direkt läuft und zudem keine zentrale Koordination vorgesehen ist. In vielen Fällen würde, wie die Gemeinde Mora beweist, sogar schon der Einsatz von moderner Technik (wie eine Aussage per Videoverbindung) die Kosten senken.

Schweden - Arbeitswelt
Auf Grund der steigenden Arbeitslosigkeit und den Ankündigungen von baldigen Kündigungen sind mehrere Arbeitslosenversicherungen Schwedens gezwungen ihre monatlichen Beiträge um bis zu 50 Kronen zu erhöhen, damit sie auch in Zukunft ihren Zahlungen nachkommen können. Allerdings hängen die Erhöhungen stark von den angeschlossenen Berufsgruppen ab. Sollte sich die Zahl der Arbeitslosen im kommenden Jahr jedoch nicht stabilisieren, so ist mit weiteren Erhöhungen der Abgaben zu rechnen, die sich auch auf jene Versicherungen erstreckt, die bisher den alten Beitragssatz erhalten.

Schweden - Umwelt

Nach Ulf Ehlin, dem Verantwortlichen der Elforsk-Studie, muss Schweden bei seiner Kernkraftpolitik die Klimaerwärmungen und seine Wirkungen auf die Fischbestände berücksichtigen. Da bereits die normale Erwärmung der Meere, insbesondere eines Binnenmeeres wie der Ostsee, zahlreiche Fischarten ausrottet, so tragen die Kühlanlagen der Kernreaktoren erheblich dazu bei, dass sich die Wassertemperatur noch über das berechnete Normalmaß hinaus erwärmt und ein lokales Fischsterben verursacht. Sollten noch größere Reaktoren gebaut werden und das Kühlwasser weiterhin aus Küstennähe geholt werden, so kann dies mit einer Umweltkatastrophe gleichgesetzt werden.

Schweden - Umwelt/Jagd
Nach der Statistik des schwedischen Jagdverbandes ist es wahrscheinlich, dass dieses Jahr erstmals mehr Wildschweine im Land erlegt werden als Elche. Nach den ersten Prognosen werden die Jäger diesen Winter über 100.000 Wildschweine erlegen, was vollkommen dem Trend der letzten Jahre entspricht, da sich die Menge der getöteten Wildschweine die letzten Jahre alle drei Jahre verdoppelte, während die Anzahl der erlegten Elche relativ stabil bleibt, was sich wiederum durch die extreme Vermehrung der Wildschweine in Schweden erklärt.

Schweden - Tourismus
Nachdem der Fährbetrieb Stena Line seit Sommer eine massive Reklamekampagne über Email führte, die sich an Personen richtete, die in den 40er Jahren geboren wurden und dabei Ausdrücke verwendete, die von der herrlichen Zeit mit überwältigenden Erinnerungen zeugen sollten, musste sich das Unternehmen nun für diese Aussagen entschuldigen. Die Verantwortlichen der Werbeabteilung hatten völlig vergessen, dass die 40er Jahre vor allem mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Aufstieg des Nationalsozialismus verbunden werden. Die Frage, ob die Werbeaktion dennoch den erhofften Erfolg hatte, wurde bisher nicht gestellt.

Schweden - Ernährung
Nach der Verkaufsstatistik der Lebensmittelkette Ica kaufte die schwedische Bevölkerung dieses Jahr weitaus weniger ökologische Produkte als die Vorjahre. Insbesondere der Absatz von biologischer Milch ist im Jahr 2012 um sieben Prozent geringer als im Vorjahr. Ica machte allerdings keinerlei Untersuchungen, die die Ursache des Rückgangs erklären könnten, was jedoch mit der Produktplatzierung in den Läden zu tun haben kann, da die Konkurrenten Coop und Axfood, gemäss der Tageszeitung Sydsvenskan, eine entsprechende Entwicklung nicht feststellen können.

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onsdag, mars 30, 2011

Nachrichten vom 30. März 2011

Schweden - Wirtschaft
Nachdem die Firma DB Schenker Lieferungen an Saab zurückhält, da das Unternehmen Rechnungen in Millionenhöhe nicht bezahlt hat, stehen die Bänder des schwedischen Autounternehmens erneut still und die Krise Saabs erhärtet sich weiter. Bereits gestern Nachmittag sanken die Saab-Aktien um 11 Prozent, zumal bekannt wurde, dass auch andere Lieferanten Saabs auf ihr Geld warten. Unter Umständen kann nun nur noch die Beteiligung von Vladimir Antonov die Zukunft des Autoherstellers sichern.

Schweden - Wirtschaft/Arbeitsmarkt
Nachdem der schwedische Finanzminister Anders Borg bereits die Industrie wegen der „hohen“ Mindestlöhne für die hohe Jugendarbeitslosigkeit verantwortlich machte, richtet er nun die gleiche Kritik an die Gemeinden, die, in seinen Augen, Anfängern weitaus niedrigere Gehälter zahlen sollen als bisher. Nach Übereinkunft zwischen Gewerkschaft und Kommunen verdient ein Berufsanfänger zur Zeit 15.685 Kronen im Monat und ab 1. April 16.070 Kronen brutto.

Schweden - Arbeitsmarkt
Die bedeutendste Reform in der schwedischen Integrationspolitik, die am 1. Dezember 2010 dem Arbeitsamt die Aufgabe übertrug Einwanderern und Asylanten beim Erlernen der Sprache und der Integration in den schwedischen Arbeitsmarkt zu helfen, kann bereits als gescheitert betrachtet werden, da die Arbeitsämter ihre Aufgabe vor allem privaten Unternehmen und Couchunternehmen übergab. Nach der jüngsten Untersuchung von Fores hat sich mit der Gesetzesänderung die Situation von Einwanderern weitaus verschlechtert, da nahezu alle Gemeinden die vorherigen Maßnahmen auslaufen ließen, für die das Arbeitsamt keinen Ersatz schaffen konnte.

Schweden - Verkehr/Arbeitsmarkt
Die schwedische Fernsehserie Uppdrag Granskning deckte auf, dass Personal auf den Luxusfähren Britanica und Hollandica des schwedischen Unternehmens Stena Line sehr unterschiedlich behandelt wird. Während Europäer normalen Lohn erhalten, erhält die philippinische Besatzung gerade einmal 18 Kronen die Stunde (etwa 2 Euros). Stena Line argumentiert, dass dies nach internationalem Recht zulässig und normal sei, da eine höhere Bezahlung sonst die Normalverdienste auf den Philippinen übersteigen würden und damit schädlich seien.


Schweden - Umwelt
Die Region Dalarna beschloss gestern Abend der schwedischen Regierung zwei Gebiete zum Auswildern von Wölfen zu nennen. Es handelt sich dabei um das Gimmenrevier nördlich von Borlänge und das Nornrevier zwischen Smedjebacken und Hedemore. Allerdings ist der Vorschlag auf dieses Jahr begrenzt und an einige Bedingungen geknüpft. Zum einen will die Delegation wissen wie die Lizenzjagd in diesem Revier nächstes Jahr aussehen wird, zweitens wollen sie eine wissenschaftliche Bewertung über die Menge der Wölfe in Dalarna und drittens wollen sie wissen in welcher Höhe die Grundbesitzer der beiden Reviere entschädigt werden.

Schweden - Netzwelt
Obwohl Schweden auf internationalem Niveau an der Spitze der Internetnutzer liegt, benutzen nach wie vor rund 1,5 Millionen Schweden kein Internet. 1,3 Millionen unter ihnen sind älter als 50 Jahre. Zwei Drittel unter ihnen sehen kein Bedürfnis, da sie bereits Telefon, Radio, Fernsehen und Tageszeitung besitzen. Nur wenige halten Internet für schwierig oder gar zu teuer. Durch Motivationsmaßnahmen sollen nun innerhalb der nächsten beiden Jahre zusätzliche 500.000 Schweden Zugang zu Internet finden.

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