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onsdag, maj 20, 2015

Nachrichten, 20. Mai 2015

Schweden - Politik
Die schwedische Regierung wird die erst im vergangenen Juli von der vorhergehenden Regierung eingeführte Unterstützung von 3000 Kronen pro Jahr, die Kinder armer Eltern erhielten damit sie einer Freizeitaktivität nachgehen können, ab Januar streichen und die Gelder in das allgemeine Hilfsbudget für Bedürftige überführen. Da die Gelder dann nicht mehr zweckgebunden sein werden, verschlechtert sich dadurch erneut die Situation für arme Kinder Schwedens, was ein weiterer Schritt in die Exklusion sein wird.

Schweden - Landwirtschaft
Da der aktuelle Milchpreis in Schweden auf dem Niveau von 1980 liegt, die Produktionskosten jedoch permanent steigen, verlieren die meisten schwedische Bauern bei jedem Liter Milch den sie an Arla liefern einen Teil ihres Kapitals, was bereits dazu führt, dass nahezu täglich ein Milchbauer Schwedens seine Milchwirtschaft einstellt. Sollte sich diese Situation nicht schnellstmöglich ändern, so werden in absehbarer Zeit die Hälfte aller schwedischen Milchbauern verschwunden sein und eines der bedeutendsten landwirtschaftlichen Güter des Landes muss importiert werden. Die Geschäftsführung Arlas will indes die schlechte Lage der Milchbauern nicht beim Preis sehen, denn immerhin bekommen die Bauern noch für jeden Liter abgenommener Milch rund drei Kronen.

Schweden - Recht
Erstmals in der Geschichte Schwedens hat nun ein Amtsgericht entschieden, dass die Domänennamen piratebay.se und thepiratebay.se den Besitzern von The Pirate Bay entzogen wird und in das Eigentum des Staates übergeht und damit für alle Zukunft nicht mehr verwendet werden können. Nach Meinung des Amtsgerichts dienten die beiden Domänennamen für kriminelle Aktivitäten, nämlich dem Teilen von urheberrechtlich geschütztem Material, obwohl The Pirate Bay auf seinen Servern lediglich eine Vermittlung betreibt und dort keinerlei rechtlich geschütztes Material speichert. Falls dieses Urteil nicht in die Revision geht, wird es Konsequenzen für die gesamte Netzwelt Schwedens haben, da dann, theoretisch, jede Domäne vom Staat beschlagnahmt werden kann, sobald nur der Verdacht auf eine illegale Aktivität, auch im Ausland, anzunehmen ist.

Schweden - Ernährung
Obwohl das Lebensmittelamt, Verbraucherverbände und nun eine Gruppe an Fachkräften im Svenska Dagbladet auf die Gefahr von einem Überkonsum an Salz warnen, da man in Schweden jährlich mehr „Salztote“ als „Verkehrrstote“ zählt, ist der Salzverbrauch landesweit immer noch weitaus höher als in anderen europäischen Ländern, wobei insbesondere in Restaurantgerichten und Fertigessen zu hohe Salzwerte gemessen werden, aber auch die bekannten Fernsehköche Schwedens fordern zum reichhaltigen Salzen auf statt von den damit verbundenen Gefahren zu sprechen. Nach dem Lebensmittelamt müsste in Schweden die Salzeinnahme halbiert werden um auf ein gesundheitlich sinnvolles Niveau zu kommen.

Schweden - Umwelt
Die Reichsrevision kritisiert die Regierung für den laschen Umgang mit Gefahrengut, da es gegenwärtig keine Einrichtung gibt, die überhaupt weiß wieviel gefährlicher Abfall in Schweden entsteht, aber noch weniger ein Amt darüber informiert ist wohin dieser Abfall transportiert wird. Es ist auch völlig unbekannt wie viel Gefahrengut nach Schweden gelangt, da es keinerlei routinemäßigen Kontrollen gibt und Kontrollen an der Straße nur in wenigen Ausnahmefällen erfolgen.

Schweden - Gesellschaft
Innerhalb der letzten zehn Jahre ging die Anzahl der Familienberatungen in Schweden um 28 Prozent nach oben, wobei 2014 rund 35.000 Paare die Beratungsstellen in Anspruch nahmen. Am häufigsten benötigen Paare zwischen 30 und 40 Jahre Hilfe, und dies nach einer Partnerschaft, die zwischen fünf und neun Jahren gehalten hatte. Etwa in der Hälfte der Fälle suchen die Partner Rat um die Gemeinschaft retten zu können und ein weiteres Viertel hofft, dass die Beratungsstelle die Ursache der Probleme aufdecken kann. Jede Gemeinde Schwedens ist gesetzlich dazu verpflichtet eine entsprechende Beratungsstelle einzurichten.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, oktober 19, 2014

Nachrichten vom 19. Oktober 2014

Schweden - Politik
Auch wenn der starke militärische Einsatz in den Schären vor Stockholm von der Verteidigung und der Politik kaum erklärt wird, scheint sich herauszukristallisieren, dass es sich um die Bekämpfung von Spionagetätigkeiten einer fremden Macht handelt, vermutlich Russland. Sowohl die Marine als auch die Luftwaffe sind verstärkt im Einsatz,da die Mitteilung einer ungenannten Privatperson in diesem Fall sehr ernst genommen wird. Am Samstag Nachmittag wurde der Einsatz weiter ausgedehnt, aber lokal etwas mehr eingeschränkt.

Schweden - Politik/Gesundheit
Die Regierung Schwedens will in den kommenden vier Jahren jeweils 500 Millionen Kronen investieren um zu garantieren dass die Krebsvorsorge und Krebsbehandlung im ganzen Land das gleiche Niveau erreicht und die Art einer Behandlung nicht mehr vom Wohnsitz abhängt. Bevor die Gelder jedoch verteilt werden, will die Regierung den Bedarf in jeder Region überprüfen und endgültige Entscheidung aufschieben bis die Bedarfsanalyse abgeschlossen ist.

Schweden - Wirtschaft/Umwelt
Die Geschäftsführung des Energiekonzerns Eon hat sich entschlossen die Abwicklung des Kernreaktors Oskarshamn 1 in die Wege zu leiten, da der älteste Reaktor Schwedens, der noch im Betrieb ist, nach allen Kostenberechnungen nur noch Verluste einfahren kann die bei verstärkten Sicherheitsvorkehrungen nur noch steigen können. Nach dem Betreiber von Oskarshamn wird die geregelte Abwickelung frühestens im Jahre 2017 einsetzen können, da die Genehmigungen und Auflagen in diesen Fällen sehr aufwendig und langwierig sind.

Schweden - Verkehr/Recht
Bei einer Kontrolle von Lastwagen mit Gefahrengut, die die Polizei in der vergangenen Woche in ganz Schweden durchführte, zeigte sich, dass 400 von 1000 kontrollierten Lastwagen technische Probleme aufwiesen, insbesondere beim Bremssystem oder sie hatten abgefahrene Reifen, und bei knapp der Hälfte der kontrollierten Fahrzeuge hatten die Fahrer die Ruhezeiten nicht eingehalten. Eine weitere, wenn auch geringere Gruppe, hatte ein unzureichend Dokumention über das Ladegut oder aber keinerlei Papiere bei sich. Dies hohe Anzahl an Problemen kann eine der Erklärungen sein warum Lastwagen in Schweden überdurchschnittlich häufig in Unfälle verwickelt sind.

Schweden - Umwelt/Jagd
Sollte sich die Regierung icht in kürzester Zeit über eine künftige Wolfspolitik einigen, so wird, trotz einer möglichen Klage Europas, zu Beginn des kommenden Jahres in mehreren Regionen Schwedens eine Lizenzjagd genehmigt werden, da nach dem Naturschutzamt rund 370 in Schweden gezählte Wölfe zu hohe Schäden anrichten und vom Amt als zu zahlreich betrachtet werden. Während sich die Grünen (Miljöpartiet) bisher grundsätzlich gegen eine Lizenzjagd aussprachen und den schwedischen Bestand an Wölfen als zu gering betrachten, sehen die Sozialdemokraten (Socialdemokraterna) die Lizenzjagd als notwendig an. Lediglich in Fragen der Schutzjagd konnten sich die beiden Regierungsparteien  bisher einigen.

Schweden - Gesundheit/Ernährung
Als das schwedische Lebensmittelamt nun erneut Lebensmittel nach dem Gehalt an Acrylamid untersuchte, stellte es fest, dass sich die Situation, trotz wiederholter Versprechen der Hersteller, seit zehn Jahren absolut nichts verbessert hat und in einzelnen Fällen der Acrylamidgehalt mehrere hundert Male über dem zulässigen Wert lag, obwohl sich die technischen Möglichkeiten in dieser Zeit verbesserten. Vor allem bei Chips und Kaffee, aber auch bei Brot und Kleingebäck, waren die gemessenen Werte nahezu grundsätzlich über dem zulässigen europäischen Grenzwert.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, oktober 24, 2011

Nachrichten vom 24. Oktober 2011

Schweden - Politik
Wie die schwedische Umweltministerin Lena Ek mitteilt, wird Schweden wie von Europa vorgesehen, den Schwefelanteil bei Schiffstreibstoff ab 2015 von 1,0 Prozent auf 0,1 Prozent senken, wobei die einzelnen Modalitäten noch mit Europa abgesprochen werden müssen. Die Reduzierung des Schwefelanteils bei Schiffstreibstoffen kann in Europa jedes Jahr bis zu 50.000 Leben retten und das Meeresmilieu in großen Teilen Teil erhalten.

Schweden - Politik
Wie bereits mehrmals seit die Moderaterna die Regierung Schwedens bilden, so passen sie die schwedische Geschichtsschreibung immer wieder einem Wunschdenken an. So erklärte die Parteisekretärin Sofia Arkelsten bei einem Interview mit der Tageszeitung DN, dass die Partei schon immer für Gleichstellung und das Wahlrecht der Frauen waren, obwohl es die Vorläuferpartei der Moderaterna war, die Frauen das Wahlrecht noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz versagen wollte und jeder Liberalisierung des Wahlrechts bis Mitte des Jahrhunderts jeden möglichen Stein in den Weg legte.

Schweden - Wirtschaft
Nachdem sich die Thai-Massagesalons in Schweden immer mehr ausbreiten und die Polizei den gestützten Verdacht auf Schwarzarbeit, Menschenhandel und Prostitution hat, ohne dies jedoch beweisen zu können, arbeitet sie nun mit dem Finanzamt zusammen, das in erhöhtem Masse die Buchhaltung der Massage-Einrichtungen untersucht. Steuerbetrug, der in einem großen Teil der Thai-Massagesalons vorkommt und Schwarzarbeit sind durch die Beamten der Finanzämter weitaus einfacher zu beweisen und können die Ausbreitung unseriöser Salons möglicherweise unterbinden.

Schweden - Verkehr
Obwohl es in ganz Europa seit zwei Jahren verboten ist mit Gefahrengut durch Tunnels zu fahren, hat die schwedische Regierung fünf Jahre verstreichen lassen ohne dies gesetzlich umzusetzen und die vorgeschriebenen Schilder an Tunnels anzubringen. In der Tat ist es dadurch nur noch in Schweden erlaubt das Leben von hunderten Personen in Tunnels aufs Spiel zu setzen, weil das Wirtschaftsministerium die europäische Verordnung nicht umsetzt.

Schweden - Gesellschaft
Die jüngste Studie von Eva Sellström belegt, dass die Segregation in den drei schwedischen Großstädten Stockholm, Göteborg und Malmö seit zwanzig Jahren steigt und Personen in armen Stadtteilen immer größere Probleme mit Drogen haben, Frauen dort häufiger rauchen und Kinder mit Untergewicht geboren werden. Durch die Privatisierung der Schulen haben Kinder in armen Gegenden auch nur die Chance in ressourcenschwache Schulen zu kommen, währen in wohlhabenden Gegenden die Gesamtsituation sich Jahr für Jahr verbessert.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin