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lördag, juli 24, 2021

Nachrichten, 24. Juli

Schweden - Wirtschaft
Der Automobilhersteller Volvo Cars konnte im ersten Halbjahr 2021 einen Gewinn von 12 Milliarden Kronen melden, was darauf zurückführt dass das Unternehmen in dieser Zeit 40 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen konnte als im vergangenen Jahr während der gleichen Epoche. Die Produktion lag in dieser Zeit bei etwas über 380.000 Fahrzeugen, überwiegend von SUV-Fahrzeugen mit hohen Leistungen. Ob dieser Rhythmus auch im zweiten Halbjahr erfolgt, hängt insbesondere davon ab ob Volvo Cars genügend Halbleiterkomponenten erhalten kann.

Schweden - Umwelt
Nach aktuellen Messungen herrscht bereits in jeder vierten Gemeinde Schwedens Wassermangel, sowohl was das Grundwasser betrifft, als auch Flüsse und Bäche. In 30 Gemeinden des Landes musste mittlerweile sogar ein Bewässerungsverbot ausgesprochen werden, da dort sonst die Versorgung mit Trinkwasser nicht mehr garantiert werden kann. Auch wenn die Mehrheit der Gemeinden eine weiterhin andauernde Trockenheit verkraften können, so ist dies nicht landesweit und in jeder Gemeinde zu garantieren.

Schweden - Umwelt
Der schwedische Zementhersteller Cementa hat nun gegen das Urteil des Umweltgerichts beim obersten Gerichtshof Beschwerde eingelegt und gibt als Argument an dass das Umweltgericht die vorgelegten Argumente nicht korrekt gelesen habe und der fortgesetzte Kalkbruch auf Gotland weder die Trinkwasserversorgung, noch aber die Umwelt negativ beeinflusse. Gleichzeitig behauptet Cementa dass bei der Einstellung des Kalkbruchs die Zementversorgung des Landes zusammenbreche, und damit auch die Bauindustrie. Der Kalkabbau auf Gotland ist seit mehreren Jahren sehr umstritten.

Schweden - Gesellschaft
Seit die Coronabeschränkungen in Schweden weitgehend abgeschafft wurden und Kneipen,  aber auch Nachtklubs, nun wieder zum Normalbetrieb zurückkehren konnten, zeigen sich sehr deutlich auch die negativen Folgen, davon abgesehen dass auch die Menge der Coronakranken nun wieder deutlich ansteigt. Die Polizei klagt nun darüber dass der überhöhte Alkoholgenuss zu immer mehr Schlägereien vor den Kneipen führt, und die Anwohner klagen, insbesondere auf Visby, über den extrem hohen Lärm der aus den Kneipen kommt. In Visby wurden einigen der Kneipen nun sogar eine Strafe angedroht, sollten sie das Problem nicht beseitigen.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin


torsdag, augusti 01, 2013

Nachrichten vom 1. August 2013

Schweden - Politik
Nach der staatlichen Fernsehanstalt SVT wurde die Regierung, der Besitzer des Energiekonzerns Vattenfall, bereits drei Wochen vor dem Kauf des niederländischen Energieunternehmens Nuon  durch eine Studie des Konsultunternehmens McKinsey vom Kauf gewarnt, da dieser dazu führen kann, dass die Steuerzahler letztendlich Kapital zuschießen muss, da der Kauf in jedem Fall unrentabel und riskant für Vattenfall sein wird, auch wenn der damalige Geschäftsführer den Kauf noch heute verteidigt und als rentabel darstellt.

Schweden - Arbeitswelt
Ab 1. September des Jahres gelten für Arbeitslose in Schweden härtere Bestimmungen, denn ab September müssen sie beim Arbeitsamt monatlich einen Bericht über ihre Bemühungen eine Arbeitsstelle zu finden abgeben, zumindest auf elektronischem Weg. Das Arbeitsamt muss dann einen Bericht an die Arbeitslosenkasse schicken, die wiederum Sanktionen erlassen kann wenn, ihrer Meinung nach, der Arbeitslose nicht intensiv nach einer Arbeitsstelle suchte. Auch wenn dies dem Arbeitslosen, dem Arbeitsamt und der Arbeitslosenkasse eine Mehrarbeit verursachen wird, so ist diese Maßnahme kaum geeignet fehlende Arbeitsplätze zu schaffen.

Schweden - Recht
Der schwedische Verband der Zahnärzte ist darüber bekümmert, dass Europa nun entschieden hat, dass Jugendlichen unter 18 Jahren die Zähne, auch in Ausnahmefällen, nicht mehr gebleicht werden dürfen und sie argumentieren dabei, dass dies dazu führt, dass man nun auch Kindern nach einem Unfall die Zähne nicht mehr bleichen darf und diesen Kindern dadurch einem psychischen Druck aussetzt. Allerdings vergisst der Verband zu nennen, dass dieses Geschäft in der Vergangenheit vor allem dem Schönheitsideal in Schweden diente und eine sehr gute Einnahmequelle für Zahnärzte war.

Schweden - Tierschutz
Nach der Tageszeitung GP wurde bei einer Kontrolle in einem Göteborger Nachtklub festgestellt, dass dort Aquarienfische einem Lärmpegel von über 100 Dezibel ausgeliefert waren, obwohl nach den schwedischen Gesetze Tiere nur in Ausnahmefällen mit 65 Dezibel belastet werden dürfen. Der Göteborger Nachtklub wurde nun aufgefordert die Tierquälerei ab sofort zu unterlassen, da sonst die Fische amtlich abgeholt werden und der Nachtklub mit einem Verbot von jeder Tierhaltung belegt wird.

Schweden - Recht/Miete
Nach einer Studie des schwedischen Staatsfunkes SR speichern zahlreiche, oft öffentliche Vermieter des Landes persönliche Daten ihrer Vermieter, obwohl diese Register mit sensiblen Angaben über Krankheiten, Religion, sexuelle Neigungen und ähnliches illegal sind. Da jedoch die Staatsanwaltschaft bisher jede Klage gegen diese illegale Datenspeicherung eingestellt hat, sehen sich die Vermieter weiterhin in ihrem Recht und diskriminieren bestimmte ihrer Mieter durch Kenntnisse über die sie nicht verfügen dürfen, zumindest nicht in gespeicherter Form.

Schweden - Gesellschaft
Nach der Tageszeitung Sydsvenskan nahm die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Malmö im letzten Jahr um 300 Prozent zu, was bedeutet, das bei der Polizei im vergangenen Jahr 60 Anzeigen von jüdischen Mitbürgern der Stadt eingingen, jedoch keiner der Fälle an die Staatsanwaltschaft weitergereicht wurde. Eine sehr ähnliche Entwicklung stellt man bei der Verfolgung von Homosexuellen in Malmö fest. Im Jahr 2013 will die Malmöer Polizei diesen Fällen einen gewissen Vorrang geben. Immerhin wurden nun bereits fünf der Anzeigen auch an den Staatsanwalt übergeben.

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Copyright: Herbert Kårlin

söndag, december 09, 2012

Nachrichten vom 9. Dezember 2012

Schweden - Politik/Unterricht
Die Sozialdemokraten Schweden haben erklärt die steuerlich begünstige Nachhilfe für Gymnasien, die die Regierung diese Woche einführte, wieder abzuschaffen, sollten sie 2014 an die Macht kommen, da diese Steuerbegünstigung nur eine ohnehin privilegierte Schicht Schwedens unterstützt. Auch das Finanzamt hat seine Bedenken bei dieser Art von Steuervergünstigung, da in Schweden zahlreiche Gymnasien berufsbezogen sind, was bedeutet, dass auch für Segeln, Kosmetik und andere Fächer dann steuerbegünstigte Nachhilfe beantragt werden kann, was für andere Schüler ein Freizeitvergnügen ist.

Schweden - Umwelt/Kernkraft
Nach einer Studie der schwedischen Umweltbehörde, die im Auftrag der Regierung erstellt wurde, wird Schweden auch im Jahr 2050 noch zu etwa 50 Prozent von der Kernenergie abhängen. Nach der Studie, die Umweltministerin Lena Ek am Dienstag der Regierung vorlegen wird, bleibt Kernkraft auf lange Jahre hinaus die wichtigste Energiequelle Schwedens. Da jedoch keines der aktuellen Kraftwerke die entsprechende Lebensdauer hat und auch nicht die in 30 Jahren benötigte Strommenge liefern kann, kann dies nur eine Neubau von Kernkraftwerken in größerer Dimension bedeuten.

Schweden - Umwelt
Mehrere Gemeinden Schwedens wollen bis zum Jahr 2020 den Lärm in der Innenstadt auf eine Menge reduzieren, die die Gesundheit der Bewohner nicht mehr angreift. Die Stadt Örebro will, gemeinsam mit dem Staat und den Besitzern von Wohngebäuden, insgesamt 16 Millionen Kronen investieren um die Häuser an den wichtigsten Straßen der Stadt abzuschirmen. Da jedoch Schallwände das Stadtbild zerstören würden, setzt Örebro auf zusätzliche Glasscheiben und eine reduzierte Geschwindigkeit von Fahrzeugen im Stadtbereich.

Schweden - Gesundheit
Nach den aktuellen Erfahrungen der Ärztehäuser Schwedens ist die Norwalkinfektion, eine Art von Magengrippe, dieses Jahr dabei alle Rekorde zu brechen. Bisher wurden bereits 692 Fälle registriert, nahezu 150 mehr als im vorigen Jahr. Dabei muss man damit rechnen, dass die Ansteckungswelle erst im Dezember in Schwung kommt. Die Norwalkinfektion kann den Norovirus und dem Sapovirus als Ursache haben, wobei die Inkubationszeit zwischen 12 und 48 Stunden liegt.

Schweden - Gesundheit
Obwohl Schweden eines der wenigen Länder ist in denen jemand mit HIV seinen Partner davon informieren muss um keine rechtlichen Folgen zu erwarten, wird jungen Mädchen ein Test fast immer abgelehnt. Einige Zentren stellen selbst die Frage, ob die Betroffene Sex mit einem Afrikaner hatte, da nur unter diesen Voraussetzungen ein Test in Erwägung kommt, da nach altem Vorurteil HIV von Europäern nicht übertragen werden kann. Das Ergebnis dieses Vorurteils und die etwas merkwürdige Gesundheitspolitik des Landes verursacht, dass viele Fälle an HIV erst sehr spät entdeckt werden und dadurch eine Verbreitung der Krankheit gefördert wird.

Schweden - Kunst
Der schwedische Künstler Michael von Hausswolff erklärte öffentlich eines seiner Gemälde mit der Asche toter Juden des im heutigen Polen liegenden Konzentrationslagers Majdanek gemalt zu haben, was national und international bedeutendes Aufsehen erregte. Hausswolff erklärt die Asche im Jahre 1989 einem der Öfen entnommen zu haben, was das Majdanek-Museum als wenig glaubwürdig betrachtet, da die Öfen geleert und die Asche begraben wurde. Sollte sich allerdings die Aussage Hausswolffs bestätigen, so riskiert er wegen Grabschändung vor Gericht gestellt zu werden. Untersuchungen werden entweder die Aussagen des Künstlers bestätigen oder dies aber als PR-Gag entlarven, der ihn immerhin weltweit bekannt machte.

Schweden - Gesellschaft
Obwohl man beim Verkauf von Sex nahezu grundsätzlich davon ausgeht, dass vor allem Mädchen Sex gegen Bezahlung anbieten, zeigt eine Studie des Jugendamtes, die auf vier verschiedene Untersuchungen aufbaut, dass in Schweden mehr männliche Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren Sex verkaufen als weibliche Jugendliche. Ohne Berücksichtigung einer möglichen Dunkelziffer geben 1,5 Prozent der Jugendlichen in diesem Alter an bereits Sex gegen irgendeine Art von Bezahlung geliefert zu haben. Insgesamt handelt es sich dabei gegenwärtig um etwa 20.000 Jugendliche, die die Kontakte überwiegend über Internet finden.

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Copyright: Herbert Kårlin