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tisdag, april 12, 2016

Nachrichten, 12. April 2016

Schweden - Politik
Nachdem die Betreiber der Kernkraftwerke mit dem Schließen sämtlicher Reaktoren innerhalb von vier Jahren drohten, meldete sich nun Energieminister Ibrahim Baylan zu Worte und erklärte, dass der extrem niedrige Strompreis nicht nur die Kernkraft betrifft, sondern jede Energieproduktion in Schweden, daher auch keine Sonderregeln für die Kernkraftbetreiber gefunden werden können. Der Minister meinte zudem dass es in Energiefragen zu einer langfristigen und haltbaren Lösung kommen muss. Aus der Aussage des Ministers geht hervor, dass die vorgesehenen Steuern auf Kernenergie durchgesetzt werden, trotz Drohungen und dem Hinweis, dass ohne Kernkraft die Großindustrie bedroht sei.

Schweden - Politik
Nachdem die Türkei bereits in Deutschland in die Pressefreiheit und das Rechtssystem eingreifen will, zeigte sich nun bei einer Rede des Vizevorsitzenden des türkischen Reichsverbands in Stockholm dass die Türkei auch in Schweden seine Meinung breit durchsetzen will, denn Barbaros Leylani sprach davon, dass sich die armenischen Hunde in Acht nehmen müssen und sie getötet werden sollen, ein Anschluss an den Völkermord während des Osmanischen Reiches, der von der Türkei als nicht existent dargestellt wird. Der Reichsverband der Armenier in Schweden will gegen Leylani Klage erheben.

Schweden - Wirtschaft
Ikea erwartet in den USA eine Klage, da das Unternehmen dort Bettwäsche verkauft, die aus dem totalitären Staat Turkmenistan kommt, einem Land, in dem Zwangsarbeit nahezu die Regel ist. Der Import von Waren aus Turkmenistan ist daher in den USA rechtlich verboten. Bereits im Februar wurde auch in Schweden bekannt, dass Ikea-Baumwolle durch Zwangsarbeit in einer Diktatur gewonnen wird. Bisher hat Ikea keine Maßnahme unternommen, die diese Situation ändern würde. In Zukunft dürfte die Ware im zweitgrößten Exportland Ikeas beim Zoll gestoppt werden, was den Möbelgiganten wohl zum Zugzwang bringt.

Schweden - Terrorismus

Nachdem öffentlich bekannt wurde dass Osama Krayem, der die schwedische Staatsbürgerschaft besitzt und in Malmö gemeldet ist, sowohl am Attentat in Paris als auch jenem in Brüssel beteiligt war, kritisiert Mona Sahlin die Arbeit Malmös hinsichtlich der vorbeugenden Terrorbekämpfung. Nach Sahlin legte Malmö einen zu hohen Wert auf die mögliche Gewalt von extrem rechts und vernachlässigte daher, im Gegensatz zu Göteborg oder Örebro, den Terrorismus von Seiten extremer Moslems. Sahlin vergisst dabei nur, dass in Göteborg zwar mehr vorbeugende Maßnahmen gegen gewaltsbetonte Islamisten getan wird, dafür jedoch die rechte Gewalt und ihre Präsenz nun wächst.

Schweden - Gesundheit/Wirtschaft
Obwohl die Giftstoffe in getesteten Spielwaren permanent rückläufig sind, stellte die schwedische Chemikalieninspektion nun fest, dass immer noch jedes siebte Spielzeug verbotene und gesundheitsschädliche chemische Stoffe enthält, insbesondere Blei und Phthalate. Nun hat die Chemikalieninspektion sieben Unternehmen angezeigt, die weiterhin gefährliche Produkte für Kinder auf den schwedischen Markt bringen. Insbesondere Phthalate, die als Weichmacher von Plastik angewendet werden, sind beim Spielzeugmarkt immer noch ein großes Problem.

Schweden - Kriminalität
Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden im Jahre 2013 die Server der schwedischen Verteidigung dafür benutzt die amerikanischen Banken mit einem DDOS-Angriff schachmatt zu legen. Natürlich hat die Verteidigung anschließend die Server besser abgesichert, was jedoch nicht verhindert, dass gegenwärtig immer noch etwa 14.000 Server von verschiedenen Ämtern und Universitäten Schwedens kaum besser abgesichert sind als jene der Verteidigung im Jahre 2013, diese Server also von Kriminellen weiterhin für DDOS-Angriffe genutzt werden können.

Schweden - Gesellschaft
Nach Journalisten des Staatsfunks Sveriges Radio steigt die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die ohne Angehörige als Flüchtlinge nach Schweden kommen, die wegen Drogenmissbrauch Hilfe suchen. Die teilweise erst 16 Jahre alten Jugendlichen versuchen über Drogen ihre Trauma, Trennungen von Angehörigen oder die Übergriffe, denen sie ausgesetzt waren, zu vergessen, versuchen jedoch, sobald sie die Abhängigkeit bemerken, Hilfe zu bekommen, da sie sich allein nicht mehr von den Drogen lösen können.

Schweden - Gesellschaft
Auf Grund des steigenden Terrorismus in mehreren Ländern hat sich, nach einer Umfrage des Instituts Sifo, die im Auftrag des Staatsfernsehens SVT unternommen wurde, die Reisegewohnheit der Schweden stark verändert. Nach Ägypten meiden nun auch immer mehr Schweden die Türkei. Nur Paris hat sich nach dem Attentat sehr schnell wieder erholt und ist erneut ein wichtiges Reiseziel. Rund 40 Prozent der schwedischen Bevölkerung sind auch darüber beunruhigt dass ein terroristisches Attentat in Schweden geschehen kann und versuchen daher auch im eigenen Land gewisse Stellen zu meiden.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

måndag, mars 28, 2016

Nachrichten, 28. März 2016

Schweden - Politik
Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die ohne Angehörige als Flüchtlinge nach Schweden kommen, hat bereits in den ersten beiden Monaten des Jahres enorm abgenommen, wobei insbesondere Kinder und Jugendliche aus Afghanistan nahezu ganz aus den Listen der Antragsteller auf Asyl verschwanden. Als Hauptgrund für diese Entwicklung sieht die schwedischen Regierung den Ausweiszwang beim Eintritt nach Schweden. Allerdings dürfte mittlerweile aber auch in Afghanistan bekannt geworden sein, dass es nahezu unmöglich ist für afghanische Bürger Asyl in Schweden zu erhalten.

Schweden - Politik/Internet
Nachdem in der vergangenen Woche mehrere schwedische Medien DDOS-Attacken erlebten, die den Nachrichtenfluss stoppten, hat die schwedische Regierung nun entschieden dass jeder Hack-Angriff und jede andere Attacke auf schwedische Ämter an das MSB, das Amt für öffentlichen Schutz und Bereitschaft, gemeldet werden muss, damit dieses die Angriffe auswertet, analysiert und vorbeugenden Maßnahmen arbeiten kann. Welche Möglichkeiten dieses Amt bei Attacken tatsächlich hat, ist allerdings nicht eindeutig geklärt.

Schweden - Arbeitswelt
Die neuesten Zahlen des Statistischen Amts Schwedens beweisen, dass bei den 30 größten Berufsgruppen des Landes, von der Gleichstellung von Mann und Frau bisher sehr wenig zu sehen ist. Die drei größten Berufsgruppen, Krankenschwestern, Kindergärtner und Verkäufer, werden noch heute dominant von Frauen ausgeführt und werden daher von der Gesellschaft auch als Frauenberufe gesehen, was auch mit einem relativ geringen Gehalt verbunden ist. Bisher kann man eine Gleichstellung der Geschlechter in Schweden nur bei Köchen, Gymnasiallehrern und Fachverkäufern feststellen.

Schweden - Umwelt/Energie
Die schwedische Regierung will bei ihrer Energiepolitik auf das Abkommen mit der bürgerlichen Regierung des Jahres 2009 aufbauen und die Abwicklung der Kernenergie, sowie den Aufbau erneuerbarer Energien in einer blockübergreifenden Diskussion lösen und damit auch die eigenen bisherigen politischen Standpunkte verzichten. Ziel soll jedoch auf jeden Fall sein dass Schweden in 20 Jahren ausschließlich von erneuerbarer Energie versorgt wird, ein Vorsatz, der jedoch bei den aktuellen politischen Uneinigkeiten kaum zu halten sein wird.

Schweden - Ernährung
Obwohl seit Jahren die Probleme mit unkontrollierten Fleischimporten in Schweden bedeutend wurden und mehrere Skandale aufgedeckt werden konnten, arbeitete die schwedische Lebensmittelkontrolle noch im letzten Jahr überwiegend mit Fragen zur Hygiene und erst in diesem Jahr steigen auch die Kontrollen nach Herkunft des Fleisches an. Allerdings können diese Aufgaben nur in wenigen Fällen ernst genommen werden, denn in einem Drittel der Gemeinden des Landes gibt es nur einen, oder auch keinen, festen Lebensmittelkontrolleur. Im Grunde müssten Herkunftskontrollen direkt beim Import oder bei den Großschlachtereien stattfinden, wofür es jedoch keinerlei Personal gibt, so dass in Restaurants und bei Händlern gesucht werden müsste.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, mars 22, 2016

Nachrichten, 22. März 2016

Schweden - Politik
Die Moderaterna haben in kurzer Zeit die Seite gewechselt, denn als der frühere Ministerpräsident und Vorsitzende der Partei, Fredrik Reinfeldt, am Sonntag in Frage setzte dass der Flüchtlingsstrom nach Schweden im vergangenen Herbst nahezu einen Kollaps verursachte, nimmt die aktuelle Vorsitzende, Anna Kinberg Batra, gegen Reinfeldt eine Kriegsstellung ein und spricht davon dass eine Partei wie die Moderaterna eine Führungseigenschaft zeigen muss und in einer Krise wie im Herbst zum Handeln verpflichtet sei. Kinberg Batra zeigt damit eine weitaus rechtslastigere Einstellung als ihr Vorgänger, der davon spricht dass in Syrien der Kollaps bevorsteht, nicht jedoch in Schweden.

Schweden - Politik
Die schwedische Regierung will im kommenden Jahr die Arbeitgeberabgaben bei Einmann-Unternehmen reduzieren und damit ihnen damit die Schwelle zum Arbeitgeber erleichtern. Für den ersten Angestellten sollen die Arbeitgeberabgaben auf rund zehn Prozent reduziert werden, was für den Arbeitgeber, bei einem Gehalt von 20.000 Kronen, eine Einsparung von etwas über 4000 Kronen bedeutet. Allerdings gilt dies nicht für Gesellschaften mit beschränkter Haftung und auch wie die diese Staatskosten finanziert werden können, ist völlig offen. Unbekannt ist weiterhin ob diese Reduzierung nur im ersten Jahr oder auf Dauer gilt.

Schweden - Recht/Strafvollzug
Da in Schweden nahezu 70 Prozent aller Gefängnisstrafen maximal sechs Monate lang sind, aber gerade diese kurzen Gefängnisstrafen kaum eine andere Wirkung haben als eine Fußfessel oder hohe Auflagen während der Verbüßung einer Strafe außerhalb von Gefängnismauern, jedoch hohe Kosten verursachen, soll nun der Strafvollzug in Schweden revidiert werden und alternative Strafen für den Gefängnisaufenthalt ausgearbeitet werden. Wann die neuen Bestimmungen in Kraft gesetzt werden können, ist bisher unbekannt.

Schweden - Gesundheit

Nach einer neuen Studie des Amts für Volksgesundheit stieg mit der Ankunft der Flüchtlinge im vergangenen Jahr auch die die Anzahl der Personen mit multiresistenten Bakterien landesweit um etwa 30 Prozent an. Auch wenn dies bedeutet, dass im vergangenen Jahr 3 882 Fälle mit resistenten Bakterien entdeckt wurden, so geht das Amt davon aus, dass dieses die Gesamtsituation in Schweden kaum verändert und eine allgemeine Verbreitung dieser Bakterien, auch im Krankenhausmilieu, unwahrscheinlich ist.

Schweden - Internet
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei ist es nicht mehr sehr wahrscheinlich dass die DDOS-Attacke auf einige schwedische Medien am vergangenen Samstag von russischer Seite kommen, was der erste Verdacht war. Der einzig konkrete Hinweis, dem die Polizei bisher nachgeht, ist ein Nachricht  auf Twitter, die die Berichtserstattung Schwedens kritisiert und weitere Attacken ankündigt. In der Tat könnte der Angriff auf die Medien natürlich auch nur ein Test sein und der tatsächliche Angriff erst in den kommenden Tagen oder Wochen geschehen.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin