lördag, februari 07, 2015

Nachrichten, 7. Februar 2015

Schweden - Politik
Auch die Jagd nach Terroristen spaltet nun die beiden schwedischen Regierungsparteien, denn die Sozialdemokraten wollen so viele Daten wie möglich von Flugreisenden einsammeln um innerhalb eines europäischen Netzes Muster zu finden, die eventuelle Terroristen aufdecken bevor diese aktiv werden können, während die Grünen den Schutz der Einzelperson als sehr wichtig betrachtet und das Projekt als unsinnig sieht, da man hierbei auch sehr viele Unschuldige überwachen wird, was enorme Kosten verursacht ohne zum Ziel zu führen. Hinzu kommt, dass mutmaßliche Terroristen kaum auf Flüge angewiesen sind, sondern auch gewöhnliche Fahrzeuge und die Eisenbahn benutzen können.

Schweden  - Wirtschaft/Politik
Die schwedische Regierung will den schwedischen Export fördern und hält die aktuelle Orientierung auf den europäischen Markt für falsch. Finanzminister Mikael Damberg will nun eine Strategie ausarbeiten, die die Exportmöglichkeiten aller Unternehmer des Landes fördert, da die gegenwärtige Exportmenge für eine haltbare schwedische Wirtschaft nicht ausreicht. Der Minister will in diesem Rahmen Gespräche mit den Vertretern der Wirtschaftsverbände führen und hofft von dieser Seite sinnvolle Anregungen zu erhalten.

Schweden - Wirtschaft/Arbeitsmarkt
Kaum hatte die Nachrichtenredaktion des Privatsenders TV4 mitgeteilt, dass sich Regierung und die bürgerliche Opposition über eine Reform der Arbeitslosenversicherung geeinigt haben, vor allem in Hinblick auf eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes und eine Änderung der Regelung nach der man vor Erhalt eines Arbeitslosengeldes innerhalb der vorhergehenden sechs Monate mindestens 80 Stunden gearbeitet haben muss, teilen die Moderaten mit, das es in keiner Weise zu einer Einigung kam, sondern die Opposition lediglich akzeptiert, dass die Regierung in diesen Fragen einen Untersuchungsausschuss einsetzt. Für die Moderaterna ist diese Frage jedoch sehr nebensächlich.

Schweden - Gesellschaft
Der königliche Hof teilte gestern mit, dass Prinzessin Madeleine mit Tochter Leonore nun mit ihrem Hauptwohnsitz in Stockholm gemeldet sind und Madeleine plant ihr zweites Kind auch in Schweden zur Welt zu bringen. Der offizielle Anlass ist, dass die Prinzessin näher bei der Familie sein will, die Tatsache jedoch vermutlich, dass sie sowohl ihren Titel als auch jenen ihrer Kinder behalten will und bei ihrem Lebensunterhalt lebenslang auf Steuergelder zurückgreifen kann. Auf die Kritiken der letzten Tage, dass sie für die erhaltenen Summen und Ehrungen auch mit der Presse sprechen muss, reagiert Madeleine mit Unverständnis.

Schweden - Gesellschaft
Nach der Kommission für Antiziganismus haben die Gemeinden und staatlichen Organisationen in Fragen der Diskriminierung von Roma vollkommen versagt, denn die Roma des Landes haben keinerlei Vertrauen in Behörden und Polizei und werden nach wie vor offen wegen ihrer Herkunft diskriminiert, insbesondere wenn Roma ihre traditionelle Kleidung tragen. Nach allen Meinungsumfragen fühlen sich Roma nun mehr diskriminiert als noch vor einigen Jahren als die bürgerliche Regierung eine Kommission einsetzte, die gegen die Diskriminierung von Roma arbeiten sollte.

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Copyright: Herbert Kårlin

fredag, februari 06, 2015

Nachrichten, 6. Februar 2015

Schweden - Politik
Auch wenn die Regierung nach dem sogenannten Dezemberabkommen vier Jahre lang regieren darf, so zeigt sich, dass dies nur unter den Bedingungen der bürgerlichen Parteien, die von den Sverigedemokraterna unterstützt werden, möglich ist. Bei der gestrigen Abstimmung entschied sich die Mehrheit der Parlamentarier dafür, dass die geplante Sozialreform der Regierung zurück in die Schubladen muss. Sozialdemokraten und Grüne mussten akzeptieren, dass die freie Wahl der Gesundheitszentralen entsprechend der früheren bürgerlichen Allianzregierung erhalten bleibt und damit auch die freie Konkurrenz in Form von Risikokapitalunternehmen, denen teilweise Gewinne wichtiger sind als die Gesundheit der schwedischen Bevölkerung.

Schweden - Politik
Gestern hat sich auch Anna Kinberg Batra, die Vorsitzende der Moderaten, zur zukünftigen Einwanderungspolitik geäußert und, wie zu erwarten, sich der Position der Sverigedemokraterna und der konservativen Schicht der bürgerlichen Parteien genähert. Auch die Moderaterna wollen Ehepartner oder ältere Kinder von Asylanten und Flüchtlingen nur noch nach dann nach Schweden kommen lassen wenn der hiesige Partner in der Lage ist die Familie auch zu versorgen, also über eine entsprechende Wohnung verfügt und ein regelmäßiges Arbeitseinkommen nachweisen kann. Nach dem Ausländeramt ist dieses Jahr mit knapp 60.000 Anträgen auf Familienzusammenführung zu rechnen, die zu den 90.000 neuen Flüchtlingen hinzukommen.

Schweden - Politik

Arbeitsmarktministerin Ylva Johansson bereitet ein Gesetz vor, das die Gemeinden Schwedens dazu zwingen soll eine Quote an Flüchtlingen aufzunehmen, hat jedoch das Problem, dass sie dabei auf Zwangsmaßnahmen verzichten muss wenn das Gesetz vom Parlament akzeptiert werden soll, da gegenwärtig noch die Mehrheit der Opposition gegen ein entsprechendes Gesetz ist, was nicht verwunderlich ist, da gerade bürgerlich regierte Gemeinden die Aufnahme von Flüchtlingen teilweise ganz verweigern. Als problematisch kann sich auch zeigen, dass Johansson eine freie Wohnortswahl ermöglichen will und Integration als bedeutend ansieht, obwohl es in viele Gemeinden keinerlei Arbeits- oder Ausbildungsplätze gibt.

Schweden - Arbeitswelt
Nach einer Studie von Novus im Auftrag des Akademikerverbands überlegen rund 70 Prozent der Sozialarbeiter Schwedens den Arbeitsplatz zu wechseln und in einem anderen Bereich tätig zu werden, da zum einen der Stress zu stark wird und sie den Hilfsbedürftigen in vielen Fällen kaum helfen können, da sie von administrativen Aufgaben aufgefressen werden. Der steigende Stress unter den Sozialarbeitern des Landes zeigt sich mittlerweile auch dadurch, dass die Krankschreibungen seit zwei Jahren bedeutend ansteigen. 86 Prozent der Sozialarbeiter klagen zudem über eine zu hohe Arbeitsbelastung auf Grund von Personalmangel.

Schweden - Verkehr
Die schwedische Verkehrspolizei begann in dieser Woche in gewissen Teilen Schwedens auf den Schnellstrassen Ausschau nach Autofahrern zu halten, die die mittlere Spur als Fahrspur benutzen, ein Vergehen, das den Autofahrer zwischen 500 und 1000 Kronen kostet, da es in Schweden verboten ist die mittlere Spur zu blockieren. Nach der Straßenverkehrsordnung darf man die mittlere Spur ausschließlich während eines Überholvorgangs benutzten, was viele Schweden nicht wissen oder nicht beachten. Während der Urlaubszeit könnte ein entsprechendes Fahrverhalten auch für Touristen des Landes zu Problemen führen.

Schweden - Gesundheit/Gesellschaft
Eine umfassende Studie unter Jugendlichen zeigt, dass rund 50 Prozent der weiblichen Jugendlichen im Alter von 15 Jahren davon überzeugt sind zu dick zu sein und rund 20 Prozent aller 13-jährigen ständig zu wenig essen um schlank zu bleiben, obwohl in Schweden nur zwölf Prozent dieser Personengruppe nach ihrem BMI tatsächlich übergewichtig ist. Nachdem sich permanent zu wenig zu essen auch auf die Psyche und die Gesundheit auswirkt, ist es nicht erstaunlich, dass mittlerweile 60 Prozent der 15-jährigen weiblichen Jugendlichen erklären mindestens zweimal die Woche unter psychischen oder körperlichen Beschwerden zu leiden.

Schweden - Kultur
Noch bevor die schwedische Fernsehserie Jordskott, die während des Berliner Filmfestivals erstmals vorgestellt wird, in Schweden Premiere hat, zeigen sich bereits zahlreiche ausländische Fernsehanstalten, darunter Deutschland und die USA, stark an der Serie interessiert, weitaus mehr an der Serie Blå ögon, deren letzter Teil in der kommenden Woche in Schweden ausgestrahlt wird. Während Blå ögon (Blaue Augen) das Problem extremistischer rechter Gruppen aufnimmt, ist Jordskott eine typische Serie, die die nordschwedische Landschaft in ihrer Wildheit idealisiert, aber eben auch Mord und Spannung bietet, eine Mischung, die zwar nicht das wahre Schweden zeigt, aber ein Schweden, das man in anderen Ländern gerne sehen will.

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Mit Stena Line nach Schweden

torsdag, februari 05, 2015

Nachrichten, 5. Februar 2015

Schweden - Politik
Die UN hat Schweden erneut hart kritisiert, weil das Land die Rechte von Kindern in mehreren Bereichen vollkommen missachtet, obwohl die Regierung die Kinderrechtskonvention der UN unterzeichnet hat. Insbesondere kritisiert die UN, dass in Asylfragen Kinder nicht zu Wort kommen dürfen und nicht geprüft wird ob diese ein von den Eltern unabhängiges Asylinteresse haben können, da sie in der Heimat riskieren zwangsverheiratet zu werden oder als Kindersoldaten eingesetzt werden. Aber auch in einigen anderen genannten Punkten hält sich Schweden nicht an das Abkommen, auch wenn sich die Regierung mittlerweile entschieden hat die Kinderrechtskonvention im Grundgesetz zu übernehmen.

Schweden - Politik
Die schwedische Volkspartei (Folkpartiet) spaltet sich in Flüchtlingsfragen immer weiter, da nun einige der leitenden Politiker der Partei eine Begrenzung der Asylanten und Flüchtlinge fordern, da immer mehr Gemeinden des Landes nicht mehr in der Lage sind die ihnen zugeteilten Asylanten aufzunehmen, da Wohnungen fehlen, Lehrer fehlen, sowie Sprachunterricht und Arbeitsstellen großteils nicht vorhanden sind, eine Integration also von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist. Der andere Flügel der Partei sieht die Not der ankommenden Flüchtlinge als bedeutender an als die damit verbundenen Probleme, eine Situation, die Jan Björklund als Vorsitzender der Partei nicht in den Griff bekommt.

Schweden - Politik
Obwohl die Sozialdemokraten (Socialdemokraterna) und die Grünen (Miljöpartiet) mit dem Versprechen an die Wahl gingen, dass Pensionäre in Zukunft mehr Geld zur Verfügung haben sollen, da viele unter ihnen bereits mit weniger als dem Lebensminimum auskommen müssen, hat sich die Regierung nun, gemeinsam mit den bürgerlichen Parteien, zu einer Reform des Pensionssystems entschieden, die dazu führen muss, dass bereits ab 2016 sehr viele Pensionäre des Landes statt mehr Geld monatlich bis zu 300 Kronen weniger erhalten werden. Für die Regierung ist die Angelegenheit bereits entschieden, während die Volkspartei die Reform zumindest bis 2018 aufschieben will um Details neu diskutieren zu können, die vor allem Pensionäre mit einem geringen Einkommen betreffen.

Schweden - Wirtchaft/Recht
Nachdem die Europavertreter Schwedens eine schnelle Sonderregelung für den Verkauf von Snus in Schweden anstrebten, kam es zu einem Abkommen, das die schwedische Snus-Industrie vor große Probleme stellt, da Snus unterschiedliche Geschmackszusätze aufweist, die nach dem neuen Abkommen nicht auf der Verpackung genannt werden dürfen, also in der Theorie auch nicht mehr angewendet werden dürfen, was einige Unternehmen ruinieren könnte. Die Regierung empfiehlt nun den Herstellern das europäische Abkommen in mehreren Punkten zu missachten und die Snusdosen in alter Form zu behalten, wobei auch die gesundheitlichen Warnungen kleiner sein können als nach der Übereinkunft. Bleibt die Frage, ob Schweden damit erneut vor den Europäischen Gerichtshof zitiert wird.

Schweden - Wirtschaft/Recht
Nachdem Journalisten des Svenska Dagbladet im Dezember aufdeckten, dass das Waldunternehmen SCA wichtige Wirtschaftsführer zu Jagdreisen einlud und die Gäste selbst mit dem Firmenflugzeug abholte, zeigt sich nun, dass es sich um reine Vergnügungsreisen handelte und nicht um Seminare, weswegen mittlerweile auch eine Verfahren wegen Korruptionsverdacht eingeleitet wurde. Als erster hat sich nun der Generaldirektor der Handelsbanken entschieden, dass es in Zukunft, nach rund zehn dieser Vergnügungsreisen, keine Jagdreisen mehr für Führungskräfte der Handelsbanken geben wird.

Schweden - Gesundheit
Nach einer Umfrage der Journalisten der staatlichen Fernsehanstalt SVT lassen immer mehr Frauen ihre Gene untersuchen um festzustellen ob sie eine erbliche Anlage zu Brustkrebs haben, was bereits zu langen Wartezeiten bei diesen Untersuchungen führt. Bei einem positiven Ergebnis entscheiden sich dann sehr viele Frauen zu einer Vorsorgeoperation, die in den USA den Namen Angelina-Jolie-Effekt erhielt. In einigen Krankenhäusern des Landes hat sich die Anzahl dieser Gen-Untersuchungen in den letzten Jahren verzehnfacht.

Schweden - Gesellschaft
Der Direktor der lokalen staatlichen Radiostation Gävlenborg beschuldigt Prinzessin Madeleine eines unprofessionellen Verhaltens mit der Presse, da diese der Presse jedes Interview verweigert, obwohl sie Herzogin des Hälsinglandes und des Gästrikslandes ist und der schwedische Hof dafür bedeutende Gelder aus dem Steuertopf des Landes erhält.   Der Direktor Der Radiostation betont, dass sich das Königshaus immer als fortschrittlich zeigen will, jedoch hohe Summen akzeptiert ohne eine entsprechende öffentliche Gegenleistung zu bringen. Nachdem Madeleine auf ihren Titel als Prinzessin nicht verzichten will und, zumindest teilweise, aus Steuern finanziert wird, sollte man von ihr auch eine gewisse öffentliche Präsenz erwarten können.

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In Scandic Hotels wohnen

onsdag, februari 04, 2015

Nachrichten, 4. Februar 2015

Schweden - Politik
Nach der neuesten Analyse des schwedischen Ausländeramtes werden im Laufe des Jahres 2015 weniger Asylanten nach Schweden kommen als bisher angenommen. Statt den 95.000 Antragstellern rechnet man nun nur noch mit 90.000, was immerhin einem Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Als Ursache dafür sieht man die steigenden Schwierigkeiten der Flüchtlinge, die wegen den aktuellen Konflikten in mehreren afrikanischen Ländern kaum noch ihr Land verlassen können. Aber auch wenn nun mit weniger Asylanten gerechnet wird als bisher geschätzt, so fehlen mit Sicherheit mindestens 15.000 zusätzliche Wohnungen für die Ankommenden.

Schweden - Politik
Nach einer Meinungsumfrage von Ipsos im Auftrag der Dagens Nyheter betrachtet die schwedische Bevölkerung die Verteidigungspolitik der Sozialdemokraten (Socialdemokraterna) mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie jene der Moderaten (Moderaterna), die bisher in diesem Punkt am Führen waren. Dass sich Stefan Löfven in Fragen der Verteidigung von den Ideen der bürgerlichen Parteien beeinflussen ließ, zeigt nun die erwarteten Erfolge, auch wenn dies bedeutet, dass sich die Sozialdemokraten damit von den Gedanken einer Politik des Friedens lösen.

Schweden - Politik
Nach einer neuen Meinungsumfrage i Auftrag der Dagens Nyheter verlieren die Grünen (Miljöpartiet) bei ihrer Umwelt- und Klimapolitik deutlich das Vertrauen der Wähler, auch wenn immer noch 44 Prozent der Befragten Schweden der Meinung sind, dass die Grünen  sich mehr für die Umwelt einsetzt als die anderen Parteien des Landes. Insgesamt bedeutet dies jedoch, dass die Grünen mittlerweile zwölf Prozent weniger Schweden mit ihrer Umweltpolitik überzeugen können als noch im vergangen August. In Umweltfragen am Steigen ist nun die Zentrumspartei (Centerpartiet), die den Grünen in Umweltfragen immer deutlicher Konkurrenz macht, da diese auf alle Extremforderungen verzichten.

Schweden - Politik/Arbeitswelt
Nachdem mehrere Organisationen, unter anderem die Reichsrevision, feststellte, dass mehrere Arbeitnehmer die nahezu unbegrenzten Zuschüsse des Arbeitsamts für sogenannte „Neustartjobbs“ ausnutzt und damit nicht nur Langzeitarbeitslose auf Grund der Unterstützung einstellt, sondern in mehreren Fällen auch Monatsgehälter von bis zu 50.000 Kronen bezahlen, will Arbeitsmarktministerin Ylva Johansson nun die Bestimmungen für diese Art der Unterstützungen ändern. Zum einen soll die Unterstützung von bis zu 50 Prozent nur noch für Gehälter von bis zu 22.000 Kronen bezahlt werden, und zum anderen sollen Firmen nur noch maximal zehn Prozent ihres Personals mit staatlicher Hilfe anstellen können. Gegenwärtig zählt man 46.000 Personen in nystartsjobben.

Schweden - Wirtschaft
Mediamarkt Schweden hat sämtliche 1140 Angestellte gekündigt, will jedoch jedem der gegenwärtig Angestellten einen neuen Arbeitsvertrag anbieten, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Angestellten mehr Arbeitsstunden am Abend und am Wochenende akzeptieren. Mediamarkt will sich auf diese Weise mehr den Wünschen der Kunden anpassen, da die Geschäfte am Tage, bei zahlreichen Verkäufern, oft kaum besucht werden, jedoch am Abend und am Wochenende das Personal fehlt. Noch in dieser Woche sollen nun die entsprechenden Gespräche mit den Gewerkschaften eingeleitet werden.

Schweden - Recht
Da nach den Zahlen der Polizei Betrügereien durch das Kapern der Identität existierender Personen im Internet im letzten Jahr um 20 Prozent nach oben gingen, will der schwedische Justizminister Morgan Johansson nun ein Gesetz vorbereiten nach der bereits die Anwendung einer falschen Persönlichkeit ohne Genehmigung unter Strafe gestellt wird. Aber auch wenn damit eine Gesetzeslücke geschlossen werden kann, so ist der Erfolg davon fraglich, da zahlreiche der Betrüger aus dem nichteuropäischen Ausland agieren, also kaum vor ein schwedisches Gericht gestellt werden können, davon abgesehen, dass es sehr schwierig ist bei diesen Betrügereien klare Beweise vorlegen zu können.

Schweden - Gesellschaft
Nach den jüngsten Zahlen präsentieren sich immer mehr Personen sowohl bei der theoretischen Prüfung zum Führerschein als auch beim Fahrtest ohne die notwendigen Ausbildungen gemacht zu haben und versuchen mit Glück an den Führerschein zu kommen. Als Ursache sieht man die Kostenfrage und die Tatsache, dass es nicht mehr als Schande angesehen wird wenn man die Prüfung nicht auf Anhieb schafft. Nun will das entsprechende Amt durchsetzen, dass man eine Ausbildung nachweisen muss und nicht mehr, wie heute, sich sogar mehrmals am Tag zur Prüfung ans Steuer setzen kann.

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tisdag, februari 03, 2015

Nachrichten, 3. Februar 2015

Schweden - Politik
Trotz der wachsenden Kritik an seiner Politik erklärt Jan Björklund, der Vorsitzende der schwedischen Volkspartei (Folkpartiet), dass er innerhalb der Partei das mehrheitliche Vertrauen habe und auf keinen Fall zurücktreten werde. Nach Björklund ist er der Erneuerer der Partei und die Forderung nach einer Sprachprüfung vor der Einbürgerung ist Teil dieser Erneuerung. Nach dem Politiker haben die Kritiker lediglich Angst vor Neuerungen und wollen die Partei auf dem Status Quo halten, was sich bereits bei den letzten Wahlen als Katastrophe zeigte. Nach Björklund ist es Zeit in die Zukunft zu schauen.

Schweden - Politik
Die bürgerliche Opposition will, unterstützt von den Sverigedemokraterna, im Parlament durchsetzten, dass Schulabschlüsse in Zukunft wieder in Kirchen der Svenska Kyrkan abgehalten werden und dass man in diesem Zusammenhang auch wieder Psalmen singen darf und Jesus genannt werden darf, da in Schweden die protestantische Religion geradezu als Kulturerbe betrachtet werden muss auf der das Land gebaut wurde. Religiöse Einschläge bei Schulfeiern seien daher auch normal, obwohl Politik und Kirche offiziell getrennt sind. Auch Schüler anderen Glaubens müssen die religiöse Kultur des Landes akzeptieren. Auch wenn die Regierung gegen diesen Vorschlag ist, wird er voraussichtlich im Parlament verabschiedet werden.

Schweden - Politik
Im Rahmen der Erneuerung der schwedischen Volkspartei erklärte Jan Björklund, dass er bei Abstimmung im Parlament für den Vorschlag der Regierung stimmen wird, die das Erziehungsgeld wider abschaffen will. Um die vier bürgerlichen Allianzparteien jedoch nicht noch mehr zu spalten, erklärt Björklund, dass in diesem Fall der Antrag zur Abschaffung des Erziehungsgeldes unabhängig von anderen Fragen im Parlament vorgelegt werden muss. Nach Björklund sind es gegenwärtig vor allem Frauen nicht-schwedischer Herkunft, die durch das Erziehungsgeld vom Arbeitsmarkt entfernt werden, obwohl ein Arbeitsplatz für die Integration maßgeblich ist. Im Dezember wurde im Parlament, mit den Stimmen der Volkspartei, entschieden das Erziehungsgeld beizubehalten, das nun die Regierung dennoch wieder abschaffen will.

Schweden - Politik
Nach einer Studie der Universität Malmö ist das im Jahre 1999 geschaffene Gesetz, das den Kauf von sexuellen Diensten unter Strafe stellt, wirkungslos und zeigt in keiner Weise die erwünschten Erfolge. Nicht nur dass die Anzahl der Sexkäufer weiterhin ansteigt, so führte das Gesetz, nach den Wissenschaftlern, auch dazu, dass sich die Situation der Prostituierten negativ veränderte. Die Regierung weist in diesem Punkt auf ungesicherte Umfragen hin nach denen der Kauf von Sex in den vergangenen 15 Jahren von 13,6 auf acht Prozent gesunken sei, eine Aussage, der die Wissenschaftler in Malmö nach eigenen Auswertungen keinerlei Glauben schenken.

Schweden - Politik
Die schwedischen Regierungen sind der Meinung für alle Probleme des Landes eine neue Medizin gefunden zu haben, denn nachdem bereits die vorhergehende Regierung insgesamt 32 Koordinatoren einsetzte, die das Land bereisen um mehr über häusliche Gewalt, gewaltsame Fußballsupporter, Extremisten oder selbst in Fragen der Sozialvorsorge zu erfahren, hat nun auch die aktuelle Regierung bereits einen Koordinator eingesetzt, der die Situation der europäischen Migranten beleuchten soll. Bisher konnten die Koordinatoren keinerlei sinnvolle Ergebnisse liefern, zumal ihr Auftrag bis heute nicht klar definiert ist und jeder Koordinator daher seine Aufgabe neu erfinden kann.

Schweden - Wirtschaft
Da seit dem 1. Januar 2015 auch gemeinnützige Second-Hand-Boutiquen auf ihre verkauften Waren 25 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen müssen, müssen mehrere dieser Einrichtungen nun ihre Projekte zur Integration und Arbeitsbeschaffung einstellen. Allein die Stadtmission i Stockholm muss nun 13 Millionen Kronen pro Jahr ans Finanzamt bezahlen statt Einwanderern die Integration ermöglichen zu können. Nahezu alle diese Einrichtungen beschäftigten Migranten und Jugendliche, die bei der Arbeitssuche Probleme haben und konnten vielen einen Übergang zu anderen Arbeitgebern ermöglichen, was mit den neue Regeln ausgeschlossen wird. Voraussichtlich werden durch die neuen Regeln 5000 bis 7000 Arbeitsplätze von schwer vermittelbaren Arbeitslosen verschwinden.

Schweden - Arbeitswelt
Nach der Gewerkschaft Saco könnte die schwedische Regierungen enorme Summen sparen, wenn sie dafür sorgen würde, dass immigrierte Akademiker ihre Leistungen aus den Heimatländnern schneller anerkannt bekämen und ihnen, gegebenenfalls, die fehlenden Kurse finanziert würden, denn während jeder Studienplatz im Durchschnitt 1,2 Millionen kostet, sind für Anerkennungsverfahren und Fortbildungen von Akademikern im Schnitt nur 320.000 Kronen nötig. Zudem würden hochqualifizierte Kräfte dabei auch schneller in Mangelberufen eingesetzt werden.

Schweden - Arbeitswelt
Nach einer Auswertung des Svenska Dagbladet fehlen gegenwärtig etwa 2000 Krankenschwestern in den Notaufnahmen der 68 Krankenhäusern des Landes mit entsprechenden Abteilungen, was bedeutet, dass rund 900 Betten leer stehen müssen die dringend nötig wären. Allein seit Januar mussten nun acht Krankenhäuser die Notlage erklären und notwendige Behandlungen einstellen oder aufschieben. Auf Grund der schlechten Bezahlung in schwedischen Krankenhäusern verschwinden von den jährlich 4000 ausgebildeten Krankenschwestern 1600 unmittelbar nach Norwegen.

Schweden - Gesundheit
Nach einer Meinungsumfrage der schwedischen Gemeinden und Regionen SKL (Sveriges kommuner och landsting) kann gegenwärtig in keine der 21 Regionen des Landes die Sicherheit der Patienten in Krankenhäusern garantiert werden, wobei in neun unter ihnen die Arbeitsbelastung so hoch ist, dass das Personal nicht mehr die nötige Zeit für die Patienten aufbringen kann. In der Regel ist die Ursache akuter Personalmangel, der eine normale Arbeit unmöglich macht. Die Angestellten sehen allerdings auch große Probleme in der Leitung der Einrichtungen, die nur noch an Gewinn denken und nicht mehr die Patienten.

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måndag, februari 02, 2015

Nachrichten, 2. Februar 2015

Schweden - Politik
Jan Björklund wird in den eigenen Reihen immer mehr kritisiert und selbst in der Führungsetage der schwedischen Volkspartei (Folkpartiet) beginnt man seinen Rücktritt als Vorsitzender zu fordern. Als Ursache gilt nicht nur die Tatsache dass die Partei unter seiner Führung bei den letzten Parlamentswahlen nahezu ins Uferlose abstürzte, sondern auch seine Ideen zu einer neuen Politik der Integration wird von einer immer größeren Gruppe an Parteimitgliedern und Mitgliedern der Parteiführung kritisiert. Auf Grund der permanenten Neuerungsideen Björklunds riskiert auch die Volkspartei bald unter die Vier-Prozent-Schwelle zu rutschen.

Schweden - Recht
Seit 1. Januar 2015 ist es, nach einer dreijährigen Übergangsperiode, in Schweden Gesetz über einen Führerschein für Motorsägen zu verfügen sobald man die Motorsägen beruflich nutzt. Obwohl man drei Jahre hatte um den notwendigen Führerschein, der in acht Klassen aufgeteilt  ist, zu machen und bisher rund 75.000 der Führerscheine für Motorsägen ausgestellt wurden, warten immer noch tausende von beruflichen Benutzern auf eine entsprechende Ausbildung. Arbeitgeber, die einen Angestellten ohne entsprechenden Führerschein mit einer Motorsäge arbeiten lassen, riskieren eine Strafe von 10.000 Kronen pro Vorfall.

Schweden - Verkehr
Wenn in Schweden am 1. Juli 2015 das G4-Netz entlang der schwedischen Eisenbahnlinien, wie vorgesehen und genehmigt, in Betrieb genommen wird, steht der Eisenbahnverkehr, zumindest theoretisch, still, da das G4-Netz die Kommunikation zwischen Leitzentralen und Zügen lahm legen wird. Obwohl das zuständige Amt das Problem seit Jahren kennt, wurden bisher die 3000 notwendigen Filter in den Zügen des Landes nicht eingebaut. Nach der Führungsschicht des Amtes können die Filter frühestens ab Juli des Jahres eingebaut werden, wobei die Arbeiten dann noch bis zu 18 Monate dauern können.

Schweden - Verkehr/Recht
Nach Journalisten des schwedischen Staatsfernsehens SVT beauftragte Gunnar Malm, Generaldirektor des Amts für Straßen- und Schienenverkehr ohne jede öffentliche Ausschreibung einen Unternehmensberater, der das Amt hinsichtlich des Umgangs mit der Presse beraten sollte. Bei einem Stundenlohn von 2300 Kronen und einem Rapport von elf Seiten, bezahlte das Amt knapp 400.000 Kronen an den Fachmann ohne jede rechtliche Grundlage. Nach dem Gewerkschaftssprecher hätte diese Summe gereicht um eine der vernachlässigten Teilstrecken mit neuen Hochleitungen zu versehen, was sinnvoller wäre als eigenmächtig einen Berater zu suchen, der Fehler der Geschäftsführung gegenüber der Presse beschönigen soll.

Schweden  - Umwelt
Nachdem 1800 Tier- und Pflanzenarten der schwedischen Wälder bedroht sind und selbst staatliche Betriebe in zu schützenden Waldgebieten zum Kahlschlag greifen, fordern nun fünf Naturschutzverbände Schwedens in einem Debattenartikel in den Dagens Nyheter die Regierung auf nicht mehr nur über den Naturschutz und die hohen Ansprüche in dieser Hinsicht zu reden, sondern zu handeln, bevor es zu spät ist. Das staatliche Sveaskog hat in den letzten Jahren mehrmals Wald, der als schützenswert eingetragen war, plötzlich zu nicht schützenswertem Gebiet abgewertet um dort zum Kahlschlag greifen zu können.

Schweden - Gesellschaft
Nach einer Analyse der Journalisten des schwedischen Staatsfernsehens SVT werden allein nach Schweden kommende jugendliche Asylanten von den Sozialämtern weitaus häufiger in geschlossene Abteilungen von Jugendheimen eingewiesen als Jugendliche mit rein schwedischen Eltern. In vielen Fällen findet man die Ursache in Sprachproblemen und einem Mangel an Dolmetschern, was jedoch voll zu Lasten der Jugendlichen geht, die bisweilen der Meinung sind, dass sie zur Ausweisung in einem Gefängnis gelandet sind, was für Jugendliche mit großen psychischen Problemen kaum vorteilhaft sein kann.

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Mit Stena Line nach Schweden

söndag, februari 01, 2015

Nachrichten, 1. Februar 2015

Schweden - Politik
Der linke Block liegt nach den neuesten Umfragen von Ipsos, die im Auftrag der Dagens Nyheter durchgeführt wurden, nun um acht Prozent vor dem bürgerlichen rechten Block, wobei sich dabei vor allem drei Parteien hervorheben denn die Christdemokraten (Kristdemokraterna) erreichen dabei nicht mehr die Vier-Prozent-Sperre, die Grünen (Miljöpartiet) verlieren als Regierungspartei 0,4 Prozent ihrer Wähler, die die Linken (Vänsterpartiet) in voller Höhe übernehmen, und die Sverigedemokraterna gewinnen 0,6 Prozent an Stimmen. Die Sverigedemokraterna verfügen nun über mehr als doppelt so viele Wähler wie die Grünen.

Schweden - Politik
Sehr überraschend gibt Åsa Romson, eine der beiden Vorsitzenden der Grünen (Miljöpartiet) Schwedens nun bekannt, dass sie sich auch zukünftig ein militärisches Abkommen mit Saudi Arabien vorstellen kann und hat damit die Einstellung der Grünen um 180 Grad gewendet. Diese Wende kann die Grünen ihre Stellung als Partei des Friedens zu Nichte machen und zu einem weiteren Wählerverlust führen, da immer mehr Änderungen bei den Meinungen der Grünen den Verdacht aufkommen lassen, dass ihnen nicht die grüne Politik wichtig ist, sondern allein die Macht in der schwedischen Regierung.

Schweden - Politik
Nach der Tageszeitung Dagens Industri zeigt eine neue Forschungsstudie, dass kleine Gemeinden Schwedens mit einer teilweise überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit prozentual weitaus mehr Asylanten und Flüchtlinge aufnehmen müssen als größere Gemeinden und Städte, obwohl dies dazu führen muss, dass diese Gruppe über Jahre hinweg arbeitslos bleibt und auch kaum in die schwedische Gesellschaft integriert werden kann. Nach den Forschern müssen schwedische Städte eine größere Verantwortung bei der Aufnahme von Asylanten und Flüchtlingen übernehmen und ihre Spargedanken nicht nur kleinen Gemeinden auflasten.

Schweden - Kriminalität
Nachdem im vergangenen Jahr rund 60.000 schwedische Pässe als gestohlen oder unauffindbar gemeldet wurden und daher neue Pässe beantragt wurden, in einigen Fällen bis zu fünf Stück im gleichen Jahr, will die Regierung nun die Bestimmungen zur Passausgabe verändern, da der Verdacht hoch ist, dass die Mehrheit der verschwundenen Pässe auf dem Schwarzmarkt landen und der Preis aktuell 100.000 Kronen pro Pass erreicht. Wer mehr als einen Pass im Jahr verliert, muss zukünftig mit einem polizeilichen Verhör rechnen und wer drei Pässe verliert, erhält anschließend nur noch Pässe, die für eine bestimmte Reise ausgestellt werden.

Schweden - Gesundheit/Umwelt
Nach einer Studie der Universität Umeå sterben in Schweden jedes Jahr mindestens 5000 Personen auf Grund der hohen Luftverunreinigung vorzeitig, was der Gesellschaft jährlich Kosten in Höhe von 42 Milliarden Kronen verursacht. Ein Teil der Verunreinigungen wird aus anderen europäischen Ländern importiert, da Winde keine Grenzen kennen, aber der größte Teil dieser vorzeitigen Toten geht auf Holzheizungen, Spikes und den enormen Autoverkehr in den schwedischen Städten zurück. Etwa 20 Prozent der vorzeigen Todesfälle in Schweden sind ausschließlich auf Holzheizungen zurückzuführen.

Schweden - Gesellschaft
Nach einer Meinungsumfrage von Sifo im Auftrag von Infratek sind 27 Prozent der Schweden davon überzeugt, dass es jederzeit zu einer landesweiten Katastrophe kommen kann bei der die Infrastruktur Schwedens völlig ausfällt. Während diese Zahl in Großstädten weitaus geringer ausfällt, sind es auf Gotland, Öland und im Småland sogar 49 Prozent der Bewohner die es für möglich halten, dass unmittelbar eine Katastrophe über Schweden einbrechen kann. Vorbereitet auf ein solches Ereignis ist allerdings kaum ein Schwede.

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