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tisdag, juli 22, 2014

Nachrichten vom 22. Juli 2014

Schweden - Politik
Nachdem Jenny Wenhammar, die für die Grünen im Parlament einziehen sollte, nicht deutlich Abstand davon nahm in Zukunft politische Aktionen wie in Almedalen, als sie mit anderen Mitglieder der Bewegung Femen gegen die Politik Fredrik Reinfeldts protestierte, haben die Grünen nun neue Wahlzettel ohne ihren Namen drucken lassen. Jenny Wenhammar kann dadurch als Privatperson weiterhin an jeder politischen Aktion teilnehmen und die Grünen machen deutlich, dass ein Führungsmitglied der Partei nicht gegen andere politische Führer mit Aktionsgruppen demonstrieren darf. Die politische Karriere Wenhammars wurde durch diese Entscheidung allerdings endgültig gebremst.

Schweden - Politik
Nachdem immer mehr Syrer im Rahmen einer Familienwiedereinigung nach Schweden kommen wollen und allein in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits 8311 entsprechende Anträge bei den verschiedenen Botschaften Schwedens eingingen, haben sich die Wartezeiten auf eine Antwort oder ein vorhergehendes Gespräch auf bis zu einem Jahr verlängert, was für viele der Betroffenen eine sehr harte Prüfung ist und zu menschlichen Katastrophen werden kann, da Jugendliche, sobald sie 18 werden, als Selbständige gelten und daher ihr Antrag auf Familienzusammenführung abgelehnt werden kann.

Schweden - Wirtschaft/Politik
Die schwedische Regierung will unter dem Deckmantel des Konsumentenschutzes den Alkoholimport nach Schweden so weit wie möglich unterbinden. Da man jedoch das europäische Urteil nach dem Privatpersonen Alkohol zum Privatgebrauch zu importieren dürfen nicht ungeschehen machen kann, empfiehlt ein Untersuchungsausschuss die Alkoholwerbung in Schweden ganz zu verbieten, da damit weder Weinklubs noch ausländische Unternehmen in der Lage sein werden Werbung für ihre Aktivitäten zu machen. Da man dadurch jedoch den tatsächlichen Alkoholkonsum im Land kaum beschränken kann, werden die Gewinne wieder in größerem Masse an die staatlichen Systembolagen gehen, die seit Jahren immer mehr 3-Liter-Pakete verkaufen, die wiederum vor allem von suchtgefährdeten Personen erworben werden.

Schweden - Recht
Der RFSL, Landesverband der LGBD Schwedens, haben bei ihrer Forderung, dass Kinder auch mehr als zwei juristische Eltern haben können, die Unterstützung der Linken, der Grünen und der Feministischen Initiative erhalten, da diese Parteien ebenfalls der Meinung sind, dass in der aktuellen Gesellschaft diese Einschränkung auf maximal zwei juristische „Vormunde“ überholt sei. Während der rechte politische Block diese Idee als völlig ausgeschlossen abfertigt, locken die Sozialdemokraten Schwedens ihre Wähler mit einem „Vielleicht“ und wartet auf die Reaktion der Bevölkerung.

Schweden - Immobilien
Auch wenn sich die schwedischen Parteien mit den Versprechen neue Wohnungen zu bauen nahezu überschlagen, zeigen die Zahlen der letzten Jahre, dass Bauunternehmen nicht einmal alle Gebäude in Angriff genommen haben für die sie bereits eine Baugenehmigung erhielten, ein Problem, das insbesondere die Städte betrifft. Die Ursache für dieses Verhalten ist auf zwei Niveaus zu suchen, denn zum einen wollen manche Unternehmen nicht mit dem Bau beginnen bevor die Finanzierung durch den Verkauf der geplanten Wohnungen gesichert ist, zum anderen  wollen die Unternehmen das extrem hohe Preisniveau aufrecht halten, das bei verstärkter Bautätigkeit automatisch sinken wird. Ein dritter Grund ist allerdings auch bei der Steuerpolitik der bürgerlichen Parteien zu suchen.

Schweden - Tourismus
Nach mehreren regionalen Tourismusverbänden sind die Schären vor der schwedischen Küste ein Schatz, der bisher kaum beachtet wird. In der Tat sind weder die Schären vor Stockholm noch jene vor Göteborg oder vor Karlskrona touristisch erschlossen, da es teilweise sehr schwierig ist die Inseln, wegen der schlechten Verbindungen, zu erreichen. Aber auch die Struktur der meisten Inseln ist kaum für den Massentourismus geeignet und stöst bei der lokalen Bevölkerung auf Widerstand. Die touristischen Vereine selbst sehen allerdings auch ihre eigenen Fehler nicht, denn bei der massiven Förderung von Kreuzfahrttouristen arbeiten sie gegen den möglichen Schärenbesuch, da die kurzen Aufenthalte in einer Stadt den Besuch der Schären kaum zulassen.

Schweden - Gesellschaft/Umwelt
Auf Grund der großen Hitze in ganz Schweden haben bereits mehrere Gegenden des Landes, unter anderem der Raum Stockholm und das Bohuslän, die Benutzung von Einmalgrillen und jedes offene Feuer verboten, da der kleinste Funke zu einem Brand führen kann. Insbesondere Touristen müssen landesweit auch auf romantische Lagerfeuer am See oder im Wald verzichten und riskieren bei Missachtung hohe Strafen. In Nordschweden wollte man teilweise nicht zu einem Verbot greifen, sondern hofft darauf, dass die verstärkte Information Pyromanen vom Grillen im Freien und von Lagerfeuern abgehalten werden.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

tisdag, juli 08, 2014

Nachrichten vom 8. Juli 2014

Schweden - Politik
Noch nie gab es in Schweden so viele Städte, die durch das Veranstalten von Prideparaden und Veranstaltungen, die ihr offenes Verhältnis zur Homosexualität zeigen sollen wie im Wahljahr 2014. Während zahlreiche Vereinigungen von Homosexuellen dies als positives Zeichen sehen, stehen Wirtschaftswissenschaftler dieser Bewegung weitaus kritischer gegenüber, da viele Städte die LGBD-Näherung als positive Vermarktung der Stadt verwenden ohne jedoch tatsächliche Änderungen herbeizuführen. LGBD gilt in Schweden als modern, aktuell und in der Zeitströmung und ist damit für Städte auch zu einem politischen Werkzeug geworden.

Schweden - Wirtschaft/Ausbildung
Die schwedische Schulinspektion hat sämtliche 44 Anträge der Risikokapitalgruppe Thorensgruppen für Grundschulen und Gymnasien abgelehnt, da das Unternehmen falsche Angaben auf ihren Anträgen machte, die die Privatschulgruppe in ein positives Licht setzen sollten. Unter anderem gab die Geschäftsführung an 44.000 Personen telefonisch kontaktiert zu haben um das Interesse an der Schulgruppe festzustellen und nannte zahlreiche Unternehmen, die bereit seien die Schüler der neuen Schule als Praktikanten zu akzeptieren. 15 von 17 Firmen, die nach der entsprechenden Absprache gefragt wurden, kannten die Thorensgruppen nicht einmal und hatte nie ein Zusage gemacht.

Schweden - Recht/Gesundheit
Die sehr umstrittene Website Lexbase, die nach einigen Änderungen wieder ehemalige Verurteilte des Landes der Allgemeinheit zugänglich macht und ihnen damit jede Chance auf eine neue Zukunft nimmt, hat sich nun entschlossen auch sämtliche Ärzte und Zahnärzte, die bereits ein Verfahren des Gesundheitsamts wegen einem Berufsvergehen oder eines Pfuschs hinter sich haben, öffentlich zu nennen. Der Ärzteverband sieht dies nicht nur als unethisch an, sondern erklärt, dass Ärzte mit groben Vergehen ohnehin ihre Lizenz verloren haben und daher keine „Gefahr“ mehr ausmachen, andere mit kleineren Problemen dadurch jedoch als berufsunfähig erklärt werden. Gegen Lexbase liegen zahlreiche Klagen bei der Justizkanzlei vor, weil das Unternehmen durch eine oberflächliche Arbeit zahlreiche Unschuldige auf Internet diffamiert.

Schweden - Umwelt/Jagd

Nachdem es in Schweden mittlerweile bereits mehrere hunderttausende Wildschweine gibt und sich die Population jährlich um bis zu 30 Prozent vermehr, schlägt ein Regierungsausschuss nun Änderungen des Jagdgesetzes vor nach dem das Füttern der Wildschweine als Lockmittel stark eingeschränkt werden soll und das Benutzen von Überwachungskameras zu Jagdzwecken bedeutend vereinfacht wird. Inwieweit mit diesen Änderungen allerdings die Population der Wildschweine beschränkt werden kann, ist unbekannt, da Jäger wenig an einer ausgedehnten Wildschweinjagd interessiert sind, da sie das Fleisch kaum verkaufen können.

Schweden - Umwelt/Jagd
Die Rentierhalter Nordschwedens zeigen sich enttäuscht darüber, dass die Regierung die  Bärenjagd, die Mitte August beginnt, dieses Jahr eingeschränkt hat und nur genehmigte 272 Bären zu erlegen, weitaus weniger als im vergangenen Jahr. In Norrbotten, der Gegend der Samen, dürfen insgesamt sogar nur 20 Bären erlegt werden, nach den Züchtern der Rentiere eine lächerlich geringe Anzahl, da Bären bis zur Hälfte aller jungen Rene töten. Die Entscheidung beruht jedoch auf einem Regierungsbeschluss nach der in Schweden permanent 730 Bären leben sollen, diese Zahl wegen der ausgedehnten Jagten der letzten Jahre nun jedoch bereits unterschritten ist, im Grunde also noch weniger Bären getötet werden sollten als tatsächlich genehmigt.

Schweden - Immobilien
Obwohl die Immobilienpreise in Schweden bereits über den Realwerten der Immobilien liegen, glauben 71 Prozent der Schweden, aber auch die Banken des Landes, weiterhin daran, dass die Immobilienpreise weiterhin nach oben gehen werden und nur sieben Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass die Preise bald sinken werden. Die extrem günstigen Zinsen führen sicherlich zu einer Steigerung der Nachfrage, aber die hohen Preise machen es jüngeren Leuten bereits heute unmöglich noch das nötige Eigenkapital aufzubringen - und mit dem baldigen Amortisierungszwang wird sich der Immobilienhandel unter einem immer engeren Kreis abspielen.

Schweden - Ernährung/Wirtschaft
Allein während der ersten drei Monate des Jahres ging der Verkauf von Lebensmitteln über Internet um ein Drittel nach oben und ist weiterhin im Aufschwung. Während der Verkauf fertiger Pakete mit Rezeptvorschlägen in dieser Zeit um 25 Prozent anstieg, ging der Verkauf von selbst zusammengestellten Lebensmitteln, die den Einkauf im Einkaufszentrum ersetzen, um 51 Prozent nach oben. Die Mehrheit der Schweden gibt für dieses Verhalten den Zeitgewinn an, der entsteht wenn die Waren an die Haustür geliefert werden und die Auswahl nur vor dem Bildschirm geschieht.

Schweden - Gesellschaft
Nach den Erfahrungen der schwedischen Hilfsorganisationen steigt die Anzahl von obdachlosen EU-Migranten in den drei Großstädten Schwedens rapide an. Auch wenn viele dieser Personen aus Rumänien kommen, so handelt es sich bei den aktuell bedürftigen Obdachlosen Schwedens zu etwa 60 Prozent um Personen aus ursprünglich nichteuropäischen Ländern, die jedoch eine Aufenthaltsgenehmigung in Europa haben und sich in Schweden die Hoffnung auf ein besseres Leben machen. Während diese Gruppe an Personen im Sommer mehrheitlich nur Lebensmittel zum Überleben benötigt, so wird bereits im Herbst der Bedarf auf eine Unterkunft deutlich werden, auf eine Unterkunft, die keine der Städte bieten kann.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin